Band 
Zweiter Theil.
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Südamerika.

nicht allethalken herrschte Einigkeit. An der Gränze Brasiliens in dersogenannten Banda Oriental zwischen dem Uruguay und demMeere, bildete sich eine militairische Republik unter Artigas,der 1825 in Paraguay starb, war jedoch nicht von Bestand. Portugalhatte schon 1817 Januar diese Provinz besetzt, Brasilien sie 1823erobert, aber die la Plata Staaten nahmen jenes Gebiet 1825 als»einen Bestandtheil ihrer Union in Anspruch. Der dadurch zwischenBrasilien und den la Plata Staaten entstandene Krieg endigte 1828mit der Unabhängigkeitserklarung der Banda Oriental. Die jetzigenStaaten Paraguay und Bolivia traten der Union gar nicht bei. Nachmehrfachen Unruhen wurde 23. Januar 1825 eine neue Verfassungeingeführt und 1827 wieder abgeändert. Ein Congreß, bestehendaus Senatoren, welche von eigenen Wahlversammlungen ernannt,und Dcpntirten, welche vom Wolke gewählt werden, leitet die ge-meinschaftlichen Angelegenheiten und an der Spitze des Ganzen stehtein Präsident, der die Statthalter der einzelnen Provinzen ernennt.Sklaverei ist gänzlich abgeschafft und Sklavenhandel wird dem Seeraubgleich geachtet. Die katholische Religion ist die des Staates;jedoch darf jede andere frei geübt werden. Die Angelegenheiten desStaats sind aber noch sehr in Verwirrung; die Einnahme übersteigtbedeutend die Ausgabe und doch beträgt die öffentliche Schuld 46 Will.Rthlr.! Die statistischen Angaben sind höchst unsicher. Nach derneuesten Eintheilnng begreift die Union folgende 15 Staaten:

1) Buenos Ayres (Argentina) an der Ostküste zwischen demLa Plata und Negro, mit 70,000, nach Anderen 163,000 E. *).

Die Hauptstadt gl. N- am La Plata, der hier 8M. breit ist, höchstens60,oooE. (Andere geben nur 40,000 an). Die Stadt liegt unmittelbaram Ufer des Stromes und hat regelmäßige, aber zum Theil ungcpflasterteStraßen. In der Mitte liegt die Citadelle. Die Häuser haben, wie infast allen Städten Südamerikas, nur ein Stockwerk und größtenthcilsLehmwände; die Rhcdc Barragon ist schlecht. Sitz des Cvngresses unddes Präsidenten- Universität seit 1821 , Sternwarte, Bibliothek und einigeandere wissenschaftliche Anstalten. Wvhlthätigkeitsgesellschaft. Protestan-tische Kirche, die erste im ehemaligen Spanischen Südamerika. WichtigerHandel. — In S. sind eine Reihe von Forts gegen die Pampas Indianer.Die Küste ist durchaus wüste, und hat nur einige Höfe und Landungsplätze,jedoch bilden sich in dem Cantvn Paragonia an der Bucht Sanborom-bon, wo guter Ackcrgrund ist, jetzt wahrscheinlich neue Anlagen. Süd-licher ist Lap Lorrienrcs und die Weiße Bai. — In den SW- Andcsist ein Fort Independencia angelegt.

*) Die Zahl der E. ist nach der 1827 bekannt gewordenen Zahl der Depu-tirten des Cvngresses berechnet. Bon höchstens 15,000, wenigstens8000 E- wird 1 Deputirter gewählt. Die ganze Summe trifft auch mireiner früheren ofsiciellen zusammen.