Band 
Zweiter Theil.
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La Plata Staaten.

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Metalle, aber wenig edle, liefern die R. Gebirge, jedoch sind siehier von keiner, wie man sonst wohl glaubte, besonderen Wichtigkeit;Salz und Salpeter ist dagegen in den W. Pampas, wo fast alleBäche und Seen salzig sind, in Überfluß, in O. des Parana fehlt eSsehr; merkwürdig ist es aber, daß man in vielen Gegenden ein Vor-^irtheil gegen den Genuß des Salzes hat. Außer den schon genann-ten Haupthandelswaaren sind noch Wolle, darunter auch die vonder Wicnnna, und Tiger-, Wolfs-, Chinchilla- u. a. Felle wich-tige Ausfnhrproducte; schon gingen in einem Jahre 950,000 Rinds-,330,000 Pferde- und 9000 Tiger-, Wolfs-, u. a. Häute allein nachEngland.

Die E. des Landes — 570,000 (675,000) ohne die wilden In-dianer, sind Spanische Kreolen, Mulatten und Mestizen;Neger und civilisirte Indianer in geringer Zahl. Unter ihnenist ein merkwürdiger Menschenschlag, die Hirten, GauchoS (ga—ut-schos), die als Aufseher der Wiehheerden einsam in den Pampas, oftviele Meilen weit von aller menschlichen Gesellschaft, leben, aber da-durch auch zu halben Wilden geworden sind, die fast einzig und alleinvon Fleisch lebend, in elenden Hütten wohnen, sich in Leder undwollene Decken, Ponchos (pontschos), kleiden und aus Knochen fastihr ganzes armseliges Hausgeräth machen. Sie bringen ihre Zeit imvölligsten Müßiggänge hin, sind roh und unempfindlich gegen Alles,stehlen und morden mit der größten Gleichgültigkeit. Außerordentlichist ihre Fertigkeit im Reiten, denn sie kommen fast bei keinen! Ge-schäfte vom Pferde und scheuen sich, auch den kleinsten Weg zu Fußezu machen, so wie ihre Geschicklichkeit im Einsangen der wilden Thieredurch 70 bis 80F. weit geworfene Schlingen, Lazos (laffos) genannt,mit welchen bewaffnet sie selbst furchtbare Gegner im Kriege sind.Wilde Indianer Stämme sind Abiponer, Guayanas, Tupis,CharruaS (tscharr.) in N. und die sogenannten Pampas India-ner in S. Unter ihnen auch Europäisches umherstreifendes Gesinde!,welches meist vom Raube lebt und sich sogar seine Weiber stiehlt.Missionen, Doctrinas genannt, sind auch hier längs den großenStrömen; ehemals waren besonders die von Jesuiten gestiftetendurch zweckmäßige Einrichtungen und daher blühenden Zustand berühmt.Die Beschäftigung der E. ist Viehzucht, weniger Ackerbau undBergbau. Außer Wollweberei ist hier keine Industrie zu Hause.Lebhafter Handel; Verkehr mit Chile über die Bergpäffe Patos(beiSän Juan), Uspallata, Portillo (tiljo) Planchen (tschon)u. a. Die la Plata Staaten machten mit Bolivia und Paraguaydas ehemalige Spanische Bicckö'nigreich Bucnos Ayres aus. ImJahre 1515 war der la Plata von Diaz de Solls gefunden, 1535ward die Stadt Buenos Ayres von Spaniern gegründet und 1773Sitz eines VicekünigS. Schon 1810 zeigte sich hier der Freiheitsgeistund 9. Julius 1816 erklärte sich die Provinz Buenos Aeyres vonder bisherigen Spanischen Herrschaft unabhängig; andere Provinzenschloffen sich an und ei» Congreß gab dem neuen Staate 25. Mai1819 eine Verfassung, ganz der N. Amerikanischen ähnlich. Aber