Band 
Zweiter Theil.
Seite
409
JPEG-Download
 

Uruguai. Patagonien.

409

silien, dem Meere rmd dem la Plata Strom. In W. erheben sichGebirge, aber nach S. und O. zu sind weite Ebenen und flache Kü-sten; an der O. Küste der See M irim. Die E. dieses neuen Staa-tes geben Einige auf 55,000, Aridere auf 175,000 an; ein großerTheil derselben lebt, wie die Gauchos der Pampas, als rohe Hirten,denu Viehzucht ist das Hauptgeschäft; an Ackerbau und Handwerke istwenig zu denken. Im August 1830 wurde die Verfassung des neuenStaates bekannt gemacht. Es giebt eine Kammer der Senatoren(9 Mitglieder) und der Abgeordneten (29 Mitglieder); Religions- undPreßfreiheit sind gesetzlich anerkannt, ferner Abschaffung des stehendenHeeres, als Gesetzbuch der Code Napoleon, freie Einwanderung undUnterstützung fremder Ansiedler. Eintheilung in 9 Departements.

Die Hauptstadt ist Monrcvideo an der Mündung des la Plata,16,000E , stark befestigt, mit schlechtem Hafen, aber lebhaftem Handel.—Maldonndo, östlich von Montevideo, 2000 E. Festung. Schöner Hafen.— Lolonia del Sagramenco am la Plata, fast Buenos Apres gegenüber,Hafen-— Sän Larlos, nicht weit davon, mit Kupfergrubcn. — purifi-cacion, elendes Dorf am RioNcgro, einst gewöhnliches Hauptquartier desArtigas. Das ganze Innere des Landes ist völlig unangebauct.

Patagonien.

So nennt man den südlichsten Theil von Amerika, der in NW.von Chile, in N. von den la Plata Staaten begränzt wird, gewißüber 20,000 Q.M. groß. Als Gränzfluß in N. nimmt man denCusu Leuwu, dessen Mündung unter 41°. Lange von N. nachS. — 200M., Breite — 40 bis 80 M. Der Boden ist gleichför-mige Fortsetzung der nördlichen Nachbarstaaten, jedoch ist das Innerenoch wenig bekannt. In W. ist das Hochland der An des, welchesauch hier noch hoch und reich an Vulkanen ist; der Corcovado(43Z° S.) — 11,700 F.; der Gigant es (52° S.) ist wahrscheinlichder südlichste der Andesvulkane; die Kette südlich von den Chiloe In-seln soll im Durchschnitt nur 3000 F. hoch sein und sich nur in we-nig Gipfeln 5 bis 6000 F. erhebe». Felsige W. Küste mit zahlrei-chen Inseln, unter denen de tres MonteS, de la Campana,Madre de Dios die größten, 10 bis 20 M. lang. In O. ist dasLand völlige Ebene, Steppe, Sandwüste und Sumpffläche. Die W.Küste ist flach mit verschiedenen Buchten, als Matthias Bai,Neue Bai, St. Georg, Große Bai und die Caps Blancound de las Virgines, letztere am Eingänge der 1519 entdecktenklippen- und dünenreichen, sehr gekrümmten Magelhaens Straße,welche 1 bis 12 M. breit und über 80 M. laug ist. Der größte Bu-sen der W, Küste heißt de PenaS (penjas). Die Gewässer fließenalle auf der großen östlichen Abdachung in den Atlantischen Ozean;dahin gehören der Cusu Leu wir oder Negro, der im Gebiete der