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Amerika. Westindien.
das herrliche Thal Vega real inN. Zwei Arme des GebirgSschließen in W. eine weite Bucht ein, in welcher die 7 M. lange In-sel Gonave liegt; die Insel (bisweilen Halbinsel) Samana ist ineinem Busen der NO. Küste. Ein niedriges Thal mit zwei Seendurchschneidet die ganze Insel von Port au Prince bis zur Mündungdes Neiva. Nicht unbedeutend sind die Flüsse, unter denen der Ar-tibonito, S. Jago und Neiva die größten sind. In SW, sindzwei Seen neben einander, Henriquello (keljo), 6 M. lang, undSau mache, Die Regenzeit ist i» N. vom August bis April; in S.vorn April bis November. Der fruchtbare Boden lieferte ehemalsÜberfluß von allen Westindischen Hauptproducten, besonders Kaffee,Zucker (der von den Kanarischen Inseln 1506 zuerst hierher ver-pflanzt wurde) und Kakao; außerdem ist Mahagoniholz inMenge vorhanden; Rindviehzucht war sehr bedeutend und die Ge-birge enthalten edle und unedle Metalle, Schwefel, Stein-kohlen u. a. Mineralien, die aber jetzt nicht mehr benutzt werden;nur etwas Gold staub kommt noch aus dein Innern. Domingowar ehemals die wichtigste aller Antillen, die Ereignisse der letzten 40Jahre haben aber den Anbau, so wie den auswärtigen Verkehr sehrgehemmt; jedoch liefen 1825^552 Schiffe ein. Die Ausfuhr bestehtjetzt besonders in Kaffee, Färbe- und Mahagoniholz, Taback, Baum-wolle und Kakao. Columbns entdeckte die Insel schon 1492, nanntesie Hispaniola, eine Benennung, die späterhin in St. Domingoverwandelt wurde. Höchst blühend war die schöne Eolonie, sank aberdurch verkehrte Maaßregeln der Regierung und durch feindliche Angriffevon außen her bald sehr. Französische Abentheurer ließen sich hiernieder und wurden den Spaniern durch feindliche Einfälle höchst lästig,während sie selbst durch sorgfältigen Anbau und freien Handel denRW. Theil der Insel, der 1697 gänzlich an Frankreich abgetretenwurde, so blühend machten, daß der Werth ihrer jährlichen Erzeugnisseauf 45 Will. Rthlr stieg. Die Zahl der Indianer nahm schnell ab;1533 zählte man deren noch 4000; um 1717 kaum 100. Aus derVermischung der Indianer, Neger und Weißen entstand der Haupttheilder Bevölkerung, die Farbigen. Die Französische Nationalversammlungerklärte 1794 alle Neger für frei. Darauf folgte die wildeste Demo-kratie; alle Weißen wurden ermordet oder vertrieben. Toussaintl'Onverture ward 1801 das Haupt eines eigenen RegerstaateS,der sich zwar 1802 den Franzosen unterwarf, aber unter Dessalineswieder erhob und 1803 alle Franzosen vertrieb. Domingo erhielt nunden alten Namen Haiti. Dessalines ward 1801 als Jacob I.Kaiser, aber 1806 ermordet. Nun entstanden zwei Staaten: in S.unter Pethion auS Mulatten bestehend, in N. ein Negerreich unterChristes, welcher letzterer sich 1811 als Heinrich I. zum Königeerklärte und mit Pethion stets im Kriege lebte, übrigens aber seinenStaat ganz Europäisch organisirte und selbst für religiöse und wissen-schaftliche Bildung sorgte. Bei einer 1820 ausgebrochenen Empörungerschoß er sich selbst. Woher, der an des 1813 gestorbenen Pethion'sStelle Präsident der S. Republik geworden war, vereinigte nun