456 Australien. Negerländer.
sein, ist nach Neuholland die größte in Australien und schon im XVl.Jahrh, von Portugiesen und Spaniern besucht, gehört aber dennoch zu denunbekanntesten Landern. Ihre Größe — 13,000 (nach Anderen nicht ein-mal 8000Q M-). An drei Punkten ist sie anderen Inseln sehr nahe, inNW. den Molukken, in O. Neubritannien, von dem sie durch die Tam-piers Straße getrennt wird; in S- scheidet sie die Torrcs Straße vonNeuholland. In N. verlängert sie sich durch zwei Halbinseln, welche nurdurch schmale Erdcngcn mit einander und mit dem Hauptlande in Ver-bindung stehen und in N- die große Geelvink Bai bilden, fast bis zumÄquator, in S- bis gegen 12°S. Sie erstreckt sich fast von 14g bis über186, vielleicht, wenn nämlich ein Theil des Archipels Louisiade wirklichmit ihr zusammenhangt, bis fast 169° O. Nur einzelne Küstcnpunkte sindbekannt. Die Insel hat Gebirge, die sich im Innern zu einer bedeuten-den Höhe zu erheben scheinen, da man an der Küste schon Gipfel vonmehr als 4000F. gefunden hat. Das Klima ist natürlich sehr warm undwahrscheinlich finden sich hier alle Produkte der Indischen Inseln; Brot-früchte, Muskatnüsse, mancherlei Palmen, Pisang, Betel u. a. hatman schon gefunden; daß die Gebirge Metalle enthalten, laßt sich erwar-ten, Sold wenigstens soll sich im Innern finden. Hunde und Schweinesind da, und zwar wild. Chinesische Schiffe holen von der Küste die sogesuchten Mollusken (Tripang). Reich scheint das Land an Vögeln, un-ter denen man besonders den schönen Paradiesvogel in verschiedenen Ar-te« bemerkt. Die Einwohner sind offenbar verschiedenen Stammes; aberes laßt sich schwer bestimmen, welcher derselben ursprünglich einheimischist. Vermuthen muß man, daß auch hier Neger die Urbewvhner waren;jedoch scheinen die im Innern des Landes lebenden Alfurier, Alforesen,Horaforas oder Alfakis Malaien und die cultivirtcstcn der Insulanerzu sein, da sie von Ackerbau leben und nicht ohne Spuren von Religion(Tempelhütten, Götzenbilder, vielleicht selbst Muhamedanismus) sind.Die Küstenbcwvhncr, die Papus, dagegen scheinen eingewandert zu sein,völlige Neger mit Wollhaar und eigentliche Wilde, höchst kriegerisch, diesich dcnLandungen der Europäer immer widersetzten; jedoch fanden neuereReisende sie freundlicher und nennen die Alfakis wilde Gebirgsbewohner.Noch führt man die ebenfalls aus den Indischen Inseln stammenden GranBadschus an, die als Fischer an einigen Küstenpunkten ohne feste Wohn-sitze sich aufhalten und Mnhamedanischer oder Buddhistischer Religionsein sollen. Die bekannten Vorgebirge sind in NW. das Lap der gutenHoffnung und Dory, bei dem ein guter Hafen ist, in O. Bönig Wil-helms Lap, in SO. das Südosteap, Rodne? und Hood (hudd), inSW. Lap walsh (walsch).
An derN.Küstc liegen dic Schoutcne(schautens)-, Stefans- u. a.Inseln;in NW- die Inseln waigiu, wo der schöne Hasen Gffak ist, und Mysol;in S. die Arrow Inseln; in NO. die Negros Inseln; in SO- die In-