Band 
Zweiter Theil.
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Australien. Malaien Inseln.

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rnngspflanzcn, Brotbanin, Jams- nndAron- oder Taromurzel,Bataten, Kokospalmen, Pisang u. a. durch sorgfältigen An-bau von besonderer Güte. Außer ihnen giebt es noch manche nutzbare-Pflanzen, z. B. den bekannten Papi ermaulbeerbaum, Feigen,-Pfeilwurz, eine besondere Art Kastanie, die der Westindischenweit vorzuziehende Art Zuckerrohr, Taback, den Kasuarina.vder Keulenbaum, Jambusen mit pflaumenartiger sehr angeneh-mer Frucht, Flaschenkürbisse, eine vorzügliche Art von Apfeln,die Silbernessel, deren Fäden wie unser Flachs gebraucht werden,die Katappnuß, Bambusrohr. Färbepflanzen u.a. Baum-wolle gedeihet sehr gut, aber die E. sind zu deren Bearbeitung zuträge. Won Quadrupeden findet sich auch hier nur Hund, Schweinund Ratte; an den Küste» lebt auch der Seehund; sehr zahlreichsind die Arten wilder Wögel, unter denen Tauben, Enten undPapageien; auch unser Haushuhn ist hier einheimisch. Die E.,die von ziemlich Heller Olivenfarbe, groß und schön gewachsen sind,waren unstreitig ehemals die gebildetsten aller Australier, bei denenselbst schon ein Anfang von wissenschaftlicher Cultur sich zeigte; sie sinddabei sanft und gutmüthig und bewiesen sich gegen Europäer immerfreundschaftlich; daher bot sich hierden Christlichen Missionairs die günstigsteAussicht dar, und die Bemühungen derselbe» die schon 1797 begannen, ha-ben in der That großen Erfolg gehabt. Der eigentliche Götzendienst ist auf-gehoben/die sonst gebräuchlichen Menschenopfer, das Ermorden der Kinderbald nach der Geburt, wodurch ehemals ^ der Gebornen umkamen,das Trinken des Awa (ein ekelhaft zubereitetes, sehr beraufchende»Getränk aus' der Awawurzel-, dessen häufiger Genuß für Körper undGeist traurige Folgen hatte), das Tättowiren u. a. dergl. ist ganz ab-geschafft, zahlreiche Christliche Kirchen sind erbauet, Schulen angelegt,und schon konnten vor mehren Jahren 4000 Insulaner lesen, so daßman anfing, Bücher in der Landessprache zu drucken (eine Grammatikerschien hier schon 1823 . Mag dies iminerhin mcistentheils nur ander Hauptinsel Ötaheite gelten, so ist doch so viel sicher, daß Christen-thum (freilich durch die Schuld frömmelnder Missivnairs wohl nur zusehr eine allen Geist, Freude und Lebensgenuß tödtende Kopfhängernund Betsucht) und Europäische Bildung sich unaufhaltsam hier aus-breiten. Dem höheren Grade der Bildung gemäß sind auch die Kunst-arbeiten, die oft mit beMpdernwürdiger Zierlichkeit und geschmack-voll verfertigt sind, die langen Kleider anö Papiermaulbeerbaste, dieWohnungen, die Kähne, welche zum Theil 150 Menschen fassen, unddie mancherlei Geräthe. Natürlich gewöhnen sich jetzt die E. an Eu-ropäische Kunstprodukte, die sie aber selbst noch. nicht verfertigen. Dasalte Rcligionssystem war völlig, geordnet; man hatte Priester, Opfer,auch die Sitte des Tabu (vergl. S. 486.), hier Ran genannt^ dieBegräbnißplätzc, welche große Gehecke enthalten, waren, zugleich diegottesdienstlichen Örter. Ein König beherrscht jetzt wahrscheinlich alleInseln; unter ihm steht ein zahlreicher Adel. (wahrscheinlich dem Stammenach von den übrigen E. verschieden) in vier Abstufungen (Erihs,Meduas, Tauhas, Ratirrq-s) und das eigentliche Wölk, welches