182 Die Einrichtung und die Operationen
ist eine weit anstrengendere und unangenehmere Arbeit als dasZurichten der Distelköpfe, wegen des Fortschaffens der Stäbe indas Trockenhaus, wo die Kinder sich unvermeidlich einem plötzli-chen und starken Temperaturwechsel auszusetzen haben, da dieHitze in dem Trockenhause bisweilen Iioo bis I 2 »o Fahrenheit( 3 Zo — 38° Reaum.) steigt, um das ausgespannte Tuch darinzu trocknen. Hierauf werden die Burschen entweder bei derRauhmaschine oder bei dem Scheeren des Tuchs gebraucht. Dieältern Rauhmaschinen waren große Cylinder, rund herum mitStäben besetzt, woran sich die Distelköpse zum Aufrauhen desTuchs befanden. Die Arbeit der Leute an der Rauhmaschinebesteht darin, auf das Tuch zu achten und es zusammen zu legen,wie es um die Walzen vor ihnen läuft, indem unausgesetztwährend des Prozesses ein Wasserstrahl auf das Tuch spielt, wo-durch die Werkstätten in nassem und unangenehmen Zustandegehalten werden. Die Arbeit bei dem Fortschaffen von vierzigVards langen Stücken muß ebenfalls sehr bedeutend seyn. —Dir härteste Arbeit bei der Appretur des Tuchs scheint die derHandrauher zu seyn, welche das vor ihnen auf einer geneigtenFläche ausgebreitete Tuch mit den Weberkarden in Handwerkzeugmbearbeiten.
Im Verlauf des Apprelirens kommt das Tuch mehrmalsin die Rauh - und Scheerwerkstätten und aus denselben. Diealleinige Arbeit, welche Frauenzimmer dabei haben, ist dasBürsten und Noppen. Die Nopper haben das Tuch ausge-breitet vor sich liegen und lesen jedes Knötchen, jeden fremdenStoff aus, der von dem Weber darin gelassen worden oder beieinem der nachfolgenden Behandlungsweisen hineingekommen ist.Bei dieser Arbeit sind gewöhnlich Mädchen von siebzehen, achtzehnJahren und drüber beschäftigt. Noppmaschinen, epineeteuso«genannt, sind vor mehrern Jahren von den Franzosen bei derFabrikation feiner Tücher eingeführt worden, aber sie lassen sichihres beschränkten Nutzens und ihrer außerordentlich complicirten