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keit, heute uls Maßstab der Kultur eines Volkes angesehen, ist nun in deneinzelnen Kantonen und Gemeinden und Jahrfnnften eine in höchstemGrade verschiedene. Während im Durchschnitte in den 20 Jahren von1871 bis 1890 vvn 1000 lebend geborenen Kindern im ersten Lebens-jahre 179 starben, so schwankt diese Tvdeszahl in den einzelnen Kantonenvvn 129 zu 280, und in den einzelnen Bezirken von 109 bis zu 285,in den einzelnen Bezirken und Jahrfnnften zwischen 82 und 327. Diese
nach Bezirk und Zeit bis auf das Vierfache verschiedene Kindersterblichkeitkann nicht eine Folge unabänderlicher Naturgesetze sein. Laut statistischeinNachweise von I)r. Crevoisier, Pruntrut , gingen 1885 die Hälfte allervor dem ersten Jahre verstorbenen Kinder allein am Brechdurchfallverloren. Die Ursachen dieser mörderischen Krankheit liegen zum weitausgrößten Teile in der Unterlassung des Selbststillens infolge Unfähigkeitoder Fahrlässigkeit, in unzweckmäßiger künstlicher Ernährung aus Un-kenntnis oder Mangel, im Unterlassen der Selbstpslege aus Bequemlichkeitoder Not. Über „die zunehmende Unfähigkeit der Frauen, ihre Kinderzu stillen", schrieb G. von Bunge , Professor der physiologischen Chemie