Band 
[Dritter Band.]
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<5. Jordy.

an der Universität Basel , 1900 eine bedentsame Arbeit, in welcher ereinen ursächlichen Zusammenhang dieser Unfähigkeit unter anderem mitdem Alkoholismus der Eltern, speciell des Vaters, als Shmptvm derKeimentartnng, nachweist. Auch das Nichtstillenwvllen der Mütter isterst im 19. Jahrhundert Unsitte geworden, ebenso der Entzug derMütter von der Selbstpflege durch die Fabrikarbeit. Das letztere hatdurch den wohlthätigen Einfluß des Fabrikgesetzes schon statistisch nach-weisbar abgenommen. Es wird Aufgabe unserer Zeit, welche die kör-perlich und geistig Gebrechlichen mit aller Mühe und Liebe zu erhaltenstrebt, auch das Nötige zu thun, diese in ihrer Mehrzahl ja wohlgebvrenenKinder, durch gesundheitsgemäße Ernährung und Pflege, vor dem Todean dieser vermeidbaren Krankheit zu schützen.

Eine dem 19. Jahrhundert eigene Erscheinung sind die sogenanntenSchulkrankheiten, Kurzsichtigkeit, Schiefwuchs, Schulkropf, einegewisse Verkümmerung der körperlichen Entwicklung neben Übermüdungdes Hirns. Aber auf die Mahnrufe von Ärzten wie Fahrner, Guillanme,Hürlimann, Funkhäuser, Schenk, Combe, Ferriöre, der TurnlehrerZürcher , Niggeler, der Augenspecialisten Pflüger, Emmert, Ott, Erismannre. fand die Schulhygieine zunehmend Gehör bei Volk, Lehrerschaft undBehörden. Hervorgehoben seien die speciellen Bestrebungen für Körper-pflege, wie das Turnen, Handarbeiten, Schwimmen, Schlittschuhlaufen,die Wanderungen und Schulreifen, das Schulbaden, die Turnspiele unddie von dem geborenen Socialhygieiniker Pfarrer Biou 1876 eingeführtensegensreichen Ferienkolonien /' all dies insgesamt bildet eine Schutzwehrgegen einseitige Geistesbildung und ein vorzügliches Mittel zu harmonischerAusbildung. Das in der Schweiz in der Schulhygieine jeweilen Ge-leistete wurde von I)r. Svnderegger 1883 für die Landesausstellung inZürich, von I)r. Combe, Schularzt in Lausanne , 1896 für die Landes-ausstellung in Genf und von Dr. Schund, Direktor des Gesundheitsamts,1900 für die internationale Ausstellung in Paris zusammengestellt. Die1899 unter dem Präsidium von I)r. Schmid gegründete schweizerischeGesellschaft für Schulgesnndheitspflege wird mit ihren jährlichen Ver-sammlungen und ihrem Jahrbuche ein Brennpunkt für die schweizerischeSchulgesnndheitspflege werden. Seit kurzem wird auch die Zeitschriftfür Schulgesnndheitspflege in der Schweiz redigiert, und zwar von Pro-

r Bergt. Band I, 2. 38, und den Artikel von S ccretan,Werke der Menschen-liebe", in vorliegendem Bande.