Band 
[Dritter Band.]
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Ivcrlrc der Menschenliebe.

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Wir kennen jetzt Frauen- und Kinderspitäler, Haut-, Lungen-, Nerven- undAngenheilanstalten neben vielen anderen. Den grüßten Fortschritt erblickenwir in der Schöpfung zahlreicher Orts- oder Bezirkskrankenhänser, welcheden Kranken den grüßten Dienst nach der Richtung hin erweisen, daß sieihnen, wenn nur irgend möglich, die stets peinliche und oft genug gefähr-liche Überführung in den Kantonsspital des Hanptortes ersparen unddas letztere selbst vor Übcrfüllnng schützen. In den jüngst verflossenenJahren entstanden zudem noch in denLnngensanatorien" ganz neuephilanthropische Stiftungen, welche einzig und allein der Pflege Lnngen-schwindsüchtiger gewidmet sind. Sie sollen den durch das Leben weniggünstig gestellten Opfern der schrecklichen Tuberkulose jenen Aufenthaltin heilsamer Verglicht ermöglichen, der bisher einzig den vorn GlückeBevorzugten zugänglich war. In dem Augenblicke, da wir diese Zeilenschreiben, besitzt die Schweiz sechs Tnberkulosen-Asyle- nämlich Leyfin(Waadt ) mit 1450 Meter Meereshöhe, Hciligenschwendi (Bern ), die ersteAnstalt dieser Art aus dem europäischen Festlande, mit 1140 Meter, dasBasier Asyl in Davos mit 1160 Meter, Wald (Zürich ) mit 907 Meter,Brannwald (Glarus ) mit 1180 Meter und Malvilliers (Nenenbnrg)mit 860 Meter. Die zuletzt genannte Anstalt ist eine großmütigeStiftung des Herrn Nnß-Snchard in Serriöres. Dem Beispiele derWaadt folgend, beschloß der Thnrgan bei der Hundertjahrfeier seinerUnabhängigkeit eine Sammlung zu gunsten der Schöpfung eines Sana-toriums für .Kantonsbürger. Ein Genfer Komitee erwarb zu dem näm-lichen Zwecke in Clairmont-sur-Sierre , in der wallisischen GemeindeRandogne , auf 1460 Meter Höhe ein weitläufiges Gebiet mit Forst undÜberfluß au Wasser.

Die Asyle für Genesende und Kränkliche, welche die private Wohl-thätigkeit begründete, entstanden an zahlreichen Orten und bilden eineglückliche Ergänzung der verschiedenen Arten von Spitälern. Um einengut organisierten Spitaldienst zu haben, genügt es nicht allein, eineAnzahl trefflich eingerichteter Gebäude zu besitzen, sondern man bedarfauch eines pflichttreuen und gut vorgebildeten Dienstpersonales. Diesesfindet sich in katholischen Landen innerhalb gewisser Orden, während esbei den Protestanten die aus privater Initiative hervorgegangenenDiakonissinnen-Bereine sind. Als die wichtigsten unter ihnen dürfen die vonRiehen bei Basel , St. Loup bei Lausanne und das Institut Dändlikerin Bern bezeichnet werden. Ferner bestehen noch Schulen für Kranken-