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[Dritter Band.]
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Die Nationalfeste.

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Den genannten Sektionen gesellte sich bald Solothurn bei. Die Mehr-zahl der Turner waren Studenten.

1836 wurde die Sektion Schaffhausen in den Verein aufgenommen,die für 1837 das eidgenössische Turnfest übernahm) 1838 zogen dieTurner nach Chur , da in dieser Stadt wie in Dissentis sich Sektionenausthaten) bald kamen Lausanne , St. Gallen und der BürgerturnvereinChur dazu. Zum Gerätturnen der ersten Feste kamen in Bern 1846Preise im Specialturnen, in Basel 1848 das Schwingen, in Zürich 1849Klettern und Fechten. Am Feste in St. Gallen 1844 wurde beschlossen,die deutschen Turner immer als Gäste an unsere Bundestnrnfeste ein-zuladen, wie seither stets geübt wurde/ eine besonders herzliche Auf-nahme fanden die deutschen Turner, die nach dem mißglückten badischenAufstand von 1848 in der Schweiz ein Asyl suchten. Mit dem Jahr1853 ging die Sturm- und Drangperiode der schweizerischen Turnfestezu Ende, es waren die Burschen- und Wanderjahre des Vereins ge-wesen, in denen der ideale Schwung und Übermut sich einen freienTummelplatz suchten. Der Verein war auf 53 Sektionen angewachsenund zählte 1073 Aktivmitglieder.

Am Feste in Chur 1853 wurde eine bessere Pflege des National-turnens gefordert. Damit war der Anstoß gegeben für die Ausstellungeines Festreglements, das den Tnrnstoff in Freiübungen, Jnstrumenten-übungen, Nationalübungen und Einzelübungen einteilte. In Lausanne wurden 1855 zum erstenmal Kränze in: Nationalturnen ausgeteilt,in Zürich wurde 1859 das Turnfest mit dem eidgenössischen Schwingfestverbunden, in Basel traten 1860 die Sektionen zum erstenmal auf.Das Sektionswetttnrnen, d. h. die Gemeinübungen an den Geräten,forderten größere Vorbereitungen in den Vereinen und brachten Be-wegung und Disciplin auf die Fest-Turnplätze.

Seit 1874 wurden die eidgenössischen Turnfeste nur mehr alle zweiJahre, und seit 1888 alle drei Jahre abgehalten. In Lugano traten1894 zum erstenmal die Männerturnvereine auf, und die Übungender Alten fanden viel Anerkennung. Gleichzeitig wurde der Festplatzdurch die Turnspiele belebt, die namentlich in den deutschschweizerischenSektionen gepflegt werden, so Fußball, Lawn Tennis, Handball, Keulen-ball, Tamburello und das schweizerische Sackgumpen.

Das letzte Fest, in Schaffhausen 1897, zählte 5736 Teilnehmer und723 Wettturner, 200 Sektionen maßen sich im Sektionswettkampf. Am