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M. Vühlcr.
Feste waren 249 schweizerische Sektionen und nicht weniger als 54 aus-ländische Vereine erschienen oder vertreten, um für das Ansehen zuzeugen, dessen das Schweizerische Turnwesen genießt. Die Anmeldungenfür das Turnfest in La Chaux-de-Fonds 1900 sind noch bedeutend zahl-reicher. Der Schweizerische Turnverein ist auf 539 Sektionen mit 38,119Mitgliedern angewachsen.
Das Turnfest ist das schönste der schweizerischen Feste und stehtheute bei der gesamten Bevölkerung in hoher Gunst. Das Turnen hatseit langem aufgehört, ein Vorrecht der Akademiker zu sein, es istGemeingut der gesamten schweizerischen Jugend geworden. Namentlichhat es in den industriellen Gegenden die körperliche Ausbildung derJungmannschaft mächtig gehoben- die großen industriellen Orte sandtendenn auch Gewalthaufen der tüchtigsten Kunst- und Nationalturner andie eidgenössischen Feste- Deutsche und Welsche wetteifern darin.
Den Glanzpunkt der letzten Feste bildeten die allgemeineil Übungen.Schon in Genf 1891 wurde ihnen die Palme zuerkannt, in Lugano nahmen gegen 3000 Turner daran teil, in Schaffhausen waren es 3800,die dem vieltausendköpfigen Publikum eine Musterleistung boten und wahreBeifallsstürme entlockten. Unvergeßlich bleibt der Eindruck, den dieseÜbungen auf der wunderbaren Festwiese von Lugano hervorriefen. Wiein alten Zeiten waren die Jünglinge germanischer Art und germanischerKraft über die Alpen gezogen, um sich mit dem Blut und Temperamentdes Südens zu messen. Ein lang verhaltener Jubelschrei rang sich ausden Zuschauerreihen, als das Turnerheer, im Marsch- und Laufschrittseinen Weg beschreitend, sich auflöste. Tiefblau wölbte sich der Himmelüber dem von dichten, üppigen Baumkronen eingefaßten Platz und sandtedie ersten Schatten des Abends auf die rebenbekränzten Hügel des Ceresio hernieder, über denen die scharfgeschnittene, starre Spitze des MonteSalvatore trotzig in die Luft ragt, als äußerstes Wahrzeichen desSchweizerlandes und des Schweizerbundes.
Iie Sängerfeste.
Die sangessreudigen Appenzeller, die in ihrer rotgelben Landes-tracht und mit ihren Jodlern stets an den nationalen Festgemeinden diehelle, srohmütige Note angeben, traten als die ersten aus den Plan, um denVolkschorgesang zu vaterländischen Fester: zu erheben. Am 4. August 1825