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[Dritter Band.]
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711. Dühlcr.

Größer angelegt war die Jahrhundertfeier der Befreiung des Thurgausin Weinfelden (Text von Pfarrer Christinger, Musik von Decker), diedurch die Mitwirkung der berühmten, aus der Mitte des Thurgauer-volkes hervorgegaugeueu Sängerin Frau Welti-Herzvg eine besondereWeihe erhielt. Das Jahr 1899 brachte uns die großen Festspiele zurErinnerung an die Schlachten des Schwabenkrieges. Als erstes kamdas Festspiel der Calvenfeier (von M. Bühler und G. Luck, Musik vonO. Barblan), das sich vorgenommen hatte, durch alle künstlerischenMittel der Festspielbühne Land und Volk in seiner Eigenart, mit seinenSpielen und Gebräuchen, Sagen und Liedern, mit seinen Helden undDichtern in eine bewegte Schanhandlung zu setzen. Bemerkenswert war,wie die Aufführung dem Sturm und Regen Trotz geboten hat. DieThurgauer veranstalteten im Schwaderloh eine festliche Aufführung, undbeim Dornacher Schloß sammelten sich die Fähnlein sämtlicher Kantone,die in die Schlacht bei Dornach gezogen waren, zur Darstellung krie-gerischer Scenen, denen E. Munzinger Worte geliehen hatte. Endlichtraten die Solothnrner mit dem von Adrian v. Arx znr Dvrnachfeiergedichteten Festspiel auf den Wiesenplan bei Svlvthnrn. Das Spielzeichnete sich durch eine kernige Sprache und derbe Volkstümlichkeit ausund hatte eine einheitliche Handlung mit vielen Einzelsceneu und freierfundenen, wirksamen Bühnengestalten,' die Aufführung war voll froh-mütigen Lebens. Für das Jahr 1899 waren es der Festspiele genug 7nächstens werden au den äußersten Marken der heimatlichen Gauen dieKantone Schaffhausen , St. Gallen und Genf ihre Vaterlandstageabhalten.

In ungeahntem Maße weckten diese Festspiele das nationale Selbst-bewußtsein,' eine gewaltige Bewegung ist von ihnen ausgegangen. Siewaren nach Anlage und Inhalt zwar sehr ungleich, und einzelne ver-dienten den Namen eines eigentlichen Festspieles nicht. Mit eigener,sinngemäßer Musik durchflochten waren die Festspiele Bern, Basel , Genf ,Neueubnrg und Chur , zum Teil auch die von Weinfelden und Svlothurn.In Bern und Neuenburg standen die Gesamtchöre außerhalb des Rahmensvon Bühne und Spiel.

Jedes Volk in Kraft und Gesundheit liebt das Erhabene und Er-hebende, begeistert sich an den Jdealgestalten - nirgends und zu keinenZeiten offenbarte sich das in so großartiger Weise, wie au den schwei-zerischen Vaterlandstagcn, wo die Leute aus den entlegensten Bergen