8 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthschaftl. Gewerbe.
Kohlenst.
Wasserst.
Stickst.
Schwefel
Phosphor
Säuerst.
Pflanzeneiweiß. . .
54,86
7,28
15,88
0,88
21,10
Pffanzenfibrin. . .
54,03
7,23
15,74
23,00
Legumin ....
54,59
7,37
15,78
0,49
21,77
Pfianzenleim . . .
54,96
7,17
15,80
0,72
o
21,35
Thierciweiß . . .
54,42
7,22
15,38
1,43
21,55
Thierfibrin ....
54,44
6,99
15,82
1,32
21,43
Käsestoff *) ....
54,71
7,21
15,70
0,95
o
21,43
Diese Zahlen sind die Mittelwerthe zahlreicher Analysen, hervorgegangenaus dem umfassenden Studium, welches die Männer der Wissenschaftdiesem Gegenstände in der letzten Zeit zugewendet haben. Man siehtdaraus, daß die näheren Bestandtheile des pflanzlichen Organismus nichtnur unter sich jene Uebereinstimmung zeigen, sondern sie sogar mit denen desthierischen Organismus gemein haben. In der Pflanzennahrung sind folglichSubstanzen enthalten, welche ihrer chemischen Natur nach den entsprechendender Fleischnahrung und ebenso denen des lebendigen Organismus selbst, auf-fallend nahe stehen, — Substanzen, die man gewissermaßen schon als in einemhohen Grade chemisch entwickelt und vorbereitet betrachten muß, um durch dieLebensthatigkeit unmittelbar zu Theilen des Organismus verwendet zu wer-den. — Bei anderen stickstoffhaltigen Bestandtheilen sind die Beziehungen verschie-den und theilweise noch nicht so anschaulich entwickelt. So ist die Substanz, welcheden Haaren, der Oberhaut, den Nageln, dem Horn :c. zu Grunde liegt, fernerdie Substanz, woraus die leimgebenden und chondringebenden Gebilde (Mem-branen, Sehnen, Knorpel, Knochengallerte rc.) gebildet sind, von anderer Zu-sammensetzung, als die in der obigen Tafel.
Ebenso wenig ist bekannt, in welcher Beziehung die wirkenden stickstoff-haltigen Substanzen im Kaffee, Thee, in den Gewürzen zur Ernährung stehen.
Bsgriff di-r Bei Substanzen von so verschiedenartigem chemischen Charakter, wie siej )Cn Nahrungsmitteln vorkommen, Stoffen, die so sehr in den Verhältnissenihrer Zusammensetzung, als in der Art ihrer Elemente abweichen, — die baldStickstoff, bald keinen, bald Schwefel, bald keinen, bald überwiegend Kohlen-stoff enthalten, bald nicht, — muß man voraussetzen, daß sie dem Leben zu ver-schiedenen Zwecken dienen. Welches sind diese Zwecke? Ueber diese so nahe-liegende Frage hat die Beobachtung merkwürdige Aufschlüsse gegeben.
Durch Versuche hat man nämlich ermittelt, daß irgend ein Nahrungs-bestandtheil für sich, z. B. bloßer Zucker, oder bloße Starke, zur Erhaltungdes Körpers ungeeignet ist. Auf der anderen Seite weiß man, daß die Natur,wo sie die Nahrung selbst zubereitet, wie die Milch der Mutter für dasJunge, diese Nahrung stets eine gemischte ist, d. h. Nahrungsbestandtheile derverschiedensten Gattungen umfaßt. In der Milch also ist eine stickstoffhaltigeSubstanz, der Käse st off, welcher zugleich Schwefel enthalt; unter den stick-*) Vergl. S. 30 unten (Anmerkung).
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