Wanne.
146 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthschastl. Gewerbe.
endlich gar nicht mehr gefärbt; alsdann ist weder Gummi, noch Starke mehr,sondern nur Zucker vorhanden. Weingeist, der nur Zucker, aber kein Amidonoder Gummi auflöst, bringt eine weiße Gerinnung hervor, so lange noch eineSpur von dem letzteren vorhanden ist. Die zu dieser Umwandlung erforderlicheZeit hangt von der Starke der verdünnten Saure ab. Hat man auf 1 Th.Starke 4 Th. verdünnte Schwefelsaure genommen, so muß man 36 bis 40 Stun-den kochen, wenn die Saure y 100 ; man muß 20 Stunden kochen, wenn sie l / wund 7 bis 8 Stunden kochen, wenn sie y 10 vom Gewichte des Wassers betragt.
Bei diesem Vorgänge wird von der Flüssigkeit weder ein Gas entwickelt,noch etwas aus der Lust absorbirt, man erhalt dieselbe Menge Saure mit unver-änderten Eigenschaften wieder und es ist gleichgültig, ob man sich offener odergeschlossener Gefäße bedient. Ebenso wenig ist derselbe von den Eigenschafteneiner bestimmten Saure abhängig, denn Salzsäure, Phosphorsäure, Weinsäure,Kleesäuce thun dasselbe, wie Schwefelsäure.
Nach Saussure liefern 100 Th. Stärke 111 Th. Zucker; nach Bcun-ner nur 107 Th. als Mittel von 5 übereinstimmenden Versuchen,durch Diasttisk. Höchst merkwürdig ist die Energie, mit welcher ein Aufguß von frischer ge-keimter Gerste, in gleicher Weise wie die Säuren, die Starke in Zucker verwandelt.Man schreibt diese Wirkung einem eigenthümlichen Stoffe in den gekeimten Kör-nern (Diastase) zu, von welchem ausführlich bei der Bierbrauerei die Rede sein wird.du>K trockn- Einseitiger, als die bisher erwähnten Agentien, wirkt die Wärme an sich-Wenn lufttrockene Stärke allmälig (ohne Zusatz von Wasser) und gleichförmig ineinem Gefäße erhitzt wird, so entweicht anfangs die darin enthaltene Feuch-tigkeit, und.das Stärkemehl läßt sich ohne sichtbare, äußere Veränderung bis auf160° C. erhitzen. Die Kügelchen haben noch ihre unveränderte Gestalt undAnsehen, lösen sich aber vollständig in kaltem Wasser auf. Die Stärke ist inGummi übergegangen, welche Verwandlung zwischen 140° und 160" vor sichgeht. Gleich über dieser Temperatur sängt die brandige Zersetzung unter Braun-werden des Stärkemehls an.
Die Untersuchung des Stärkegummi's verschiedener Entstehungsarten aufseine Elementarbestandtheile und deren Verhältnisse haben gelehrt, daß es genauso wie die Stärke selber zusammengesetzt ist, es mag mit Sauren, mit heiße>uWasser, durch trockene Wärme, oder sonstwie dargestellt sein.
Als Gesammtresultat ergiebt sich daher, daß Alles, was man unter Amidou»löslichem und unlöslichem, unter Stärke, Stärkegummi, Dextrin und LeiokoiUbegreift, im Grunde immer nur eine und dieselbe Substanz in verschiedenen ß ü>standen der Dichtigkeit (und Löslichkeit) ist.
Gewinnung des Stärkegummi's im Großen.
Wenn nach dem Obigen das Stärkegummi dem arabischen Gummi in re>uwissenschaftlicher Beziehung so nahe steht, so ist dies in noch weit höherem Gca^vom praktisch technischen Gesichtspunkte der Fall. Die umfassende Anwendungdes arabischen Gummi's in den Künsten beruht nämlich aus Eigenschaften,es völlig mit dem Stärkegummi gemein hat: nämlich mit Wasser eine schleimtklebende, chemisch indifferente, schwachgefärbte oder farblose Auflösung zu geb^'