>Vom Stärkegummi. 149
- Statt der Salpetersäure ist in gleicher Weise Schwefelsaure und Salzsäure,aber mit weniger Glück, versucht worden. Die Schwefelsäure macht das LeiokomSerfließlich, also schwierig aufzubewahren. Von der Salzsäure behaupten die
. Herren St. Etienne, in deren Fabrik sie allein angewendet wird, daß das damit
- ^zeugte Gummi nicht so leicht zerfalle oder sich spalte, als das der anderen Me-
- Hoden. In dieser Fabrik schließt nämlich die eigentliche Darstellung des Gummi's
- dessen Ausbreitung auf Drahttuch, durch welches Dampf geleitet wird. Das
e 8abrikat ballt sich dabei zusammen und nimmt die Form des arabischen Gummi's
c ohne sich mit einem großen Ueberschuß von Wasser zu beladen, was das Aus-
n trocknen sehr erleichtert.
d Davon ausgehend, daß das Gummi bei seinen verschiedenen Anwendun-
- Sen — zum Druck von Seide, Leinen, Baumwolle, Wolle, Papiertapeten; zum
ß Anmachen der Wasserfarben; zum Steifen und Appretiren von Zeugen; zu Ver-
:c ^ndzeugen in der Chirurgie; zum sogenannten Glaciren von Karten und Papier;
je 111 der Medicin u. s. w. — stets als Auflösung gebraucht wird, haben einige Fa-
n pikanten es vorgezogen, durch Behandeln von Starkekleister in der Siedhitze durch
i. sauren (Schwefelsaure) oder Diastase — also auf nassem Wege — unmittelbar
t, *>ne Gummilösung zu erzeugen. Diese Lösungen enthalten noch neben unverander-
- tec Starke die Agentien, welche zur Gummibildung dienten. Die Schwefelsäure
z- ^feittgt man leicht durch Neutralisiren mit gepulvertem Kalkstein, wodurch sie in
in ^yps verwandelt wird, von welchem sich die Gummilösung klar abziehen laßt,
e sie bis zur geeigneten Consistenz abgedampft wird. Die Diastase, oder
ch ^lmehr den Malzaufguß abzuscheiden, ist dagegen unmöglich; sie bleibt dem ines ° etl Handei kommenden Syrup beigemischt.
Wie man sieht, ist die Fabrikation des Syrups vornweg viel umständlicher,.ch ^ die des Leiokoms; es steht aber dieser Form des Gummi's theils ein kost-tt> stetigerer Transport wegen des großen Wassergehaltes, theils noch eine anderegroße Schwierigkeit im Wege. Es ist nämlich unmöglich, in der Aus-ge- ^ung den beschriebenen Proceß in den Schranken der Gummibildung zu hal-hick' und die Verwandlung eines Theils des Dextrins in Zucker zu verhindern,
in ^'ese Beimischung benimmt dem Gummisyrup seine Haltbarkeit, der Zucker —
her ^texstützt durch die Gegenwart von Klebertheilen, die dem Stärkemehl anhängen,
ett* noch mehr von den Bestandtheilen des Malzauszuges, wenn man solchen be-
die hat — gerath in Gahrung mit fauligen Gerüchen begleitet,
riie Bis jetzt ist also die Darstellung des Starkegummi's auf trockenem Wege
Salpetersäure die beste, und liefert ein um so reineres Produkt, als sich hierbeiJ 1 * Zucker bildet und diese flüchtige Saure in den Trockenkammern bis aufburen verjagt wird.
j. Es verdient bemerkt zu werden, daß gegenwärtig. Stärkegummi, von dem An-^tn des mit Salpetersäure bereiteten erster Qualität, selbst noch weißer, von Frank-^ aus in den Handel kommt, welches einen deutlichen Geruch nach Malz besitzt.
ist darum nicht unwahrscheinlich, daß man daselbst eine Methode kennt, das^ ^tkegummi in ähnlicher Weise mit Malzauszug hervorzubringen, wie es mit Sal-zsäure geschieht; doch ist darüber nichts Genaueres bekannt geworden.
Wenn man Starke mit einem Ueberschuß von Salpetersäure (5 Thl. von