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Von der Zuckersiederei. Stärkezucker.
so eingerichtet ist, wie in den Stearinfabriken; nur find die Kufen oder Bot-tiche nicht nothwendig mit Blei zu füttern, weil man mit schwächerer Säurezu thun hat. In jede Kufe taucht ein Dampfrohr, welches die Flüssigkeit durcheinen unmittelbar darin angebrachten Dampfstrom erhitzt. —
Die Dauer der Zuckerbildung aus Starke ist in hohem Grade von den AusführungUmstanden abhängig. Sie wird beschleunigt durch Erhöhung der Temperaturund durch Vermehrung der Schwefelsäure, von 12 und mehr Stunden, aufzwei und weniger bei gleichviel Materialien. In gleichem Grade erwachst aberauch die Gefahr, daß der gebildete Zucker durch dieselben Agentien ebenfallszersetzt, verändert, verdorben oder zerstört wird. In Betreff der Temperaturhak sich der Siedepunkt der Flüssigkeit, der bei 100 bis IlMC. liegt, als sehrpraktisch bewahrt. Was aber die Verhältnisse der Schwefelsaure und desWassers anbelangt, so hat Kirchhofs gezeigt, daß zur Umwandlung von 100Theilen Stärke in Zucker, mittelst 200 Wasser und % SchwefelsaureMehrere Tage erforderlich sind, während mit 600° Wasser und 10 Schwefelsaureschon 7 — 8 Stunden ausreichen. Die in der Praxis befolgten Vorschriftensind nicht ganz übereinstimmend:
Viele geben (auf 100 Theile Starke) 1 bis 1% Th., bie meisten unddie besseren 2 bis 2% Th. englische Schwefelsaure; die dazu gehörige Wasser-Menge schwankt zwischen 300 und 400 Thleilen. —
Wenn Starke- und Zuckerfabrikation verbunden'sind, so ist es im höchstenGrade überflüssig, die Stärke zu trocknen. Sie kann vielmehr und zwar be-quemer so genommen werden, wie sie sich absetzt, wenn man nur das Wasser,welches ihr anhangt, in Rechnung bringt.
Es bedarf kaum der Erwähnung, daß die Schwefelsaure in einem dünnenStrahl und unter Umrühren in das Wasser (nicht umgekehrt) gegossen werdendarf, um beide zu mischen.
Ursprünglich brachte man die ganze zu bearbeitende Menge Starke aufeinmal in das angesäuerte Wasser; auf diesem Wege erhalt man, ehe eine^eitere Einwirkung Platz greifen kann, eine große Masse eines dicken Kleisters,
^>e mißlich und unbequem zu behandeln ist. Diese schlechte Methode enthaltdoch einen anderen größeren Nachtheil darin, daß hier die Schwefelsaure mit^nemmal mit der ganzen Starkemasse in Angriff kommt. Nun ist aber dieWirkung jedes Stoffes in dem Verhältnisse langsamer und schwacher, in wel-kem die Masse des Körpers größer wird, auf den er einwirken soll. Wennd>an sich nämlich an eine oben, .S. 144, gemachte Bemerkung erinnert, daß dieschwefelsaure bei dem Acte der Zuckerbildung weder zersetzt wird, noch Ver-ödung eingeht, sondern unverändert bleibt; so ist es mehr als klar, daß der-' tl %e Fabrikant, der die Starke nach und nach in Portionen oder doch sehr^walig zusetzt, einen wesentlichen Vortheil und zwar durch Zeitersparnißbringt: denn in diesem Falle wird die Saure auf einmal nur mit einer so^vßen Menge Starke zu thun haben, als diese Portionen selbst sind. Ist die^ste Portion in Zucker verwandelt, so kann die Säure ihre volle Wirkung derZeiten zuwenden, dann der dritten rc.
Ebenso ist es ohne allen Nutzen, die Stärke vorher zu Kleister zu kochen;