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Zuckersiederei. Rübenzucker. Pressen des Rübenbrei's.
werden, damit nicht eine Seite des Stoßes dicker wird als die andere. DieHorden, welche aus geschälten Weiden geflochten und ausgekocht werden, umdie bitteren und extractiven Theile zu entfernen, dienen, um durch ihre Zwi-schenlage Kanäle zum Abfließen des Saftes zu bilden.
Es sind immer wenigstens zwei Pressen im Dienste einer Reibemafchine,so daß die eine entleert wird, wenn man die andere schließt. Dies muß anfangssehr langsam und überhaupt mit Vorsicht geschehen, wobei man sich stets nachdem Ablaufen des Saftes zu richten hat und die Pumpe jedesmal nur dann inGang setzt, wenn dieses nachlaßt. Die Hauptmasse des Saftes ist ungefährnach 10 Minuten abgelaufen; der kleinere Rest erfolgt in weiteren 15 Minu-ten, worauf der Stoß auf % seiner Höhe zusammengedrückt ist.
Es begreift sich leicht, daß bei aller Umsicht und bei der besten Einrichtungder Presse der Rübenbrei nicht trocken gepreßt, d. h. nicht die ganze Masse desSaftes erhalten werden kann; denn es müßten sonst sämmtliche Zellen derRübe bis auf die letzte von der Reibemaschine aufgeschlossen sein; es müßtendie Biegungen der Weidenzweige, die Lücken des Geflechtes nicht den Druckvon einzelnen Theilen abhalten; es müßte endlich das Rübenmark keine Adhä-sion noch Capillarität gegen den Saft besitzen. Es bleiben durch diese Veran-lassungen 15 bis 20 Proc. Saft im Rückstand, welche man auf verschiedenenWegen wieder zu gewinnen weiß. Einige tauchen die Sacke mit dem Rück-stand in Wasser, oder lassen einen Wasserstrahl in die geöffneten Sacke fließen, 'so daß er sich mit dem Rübenmark mischt, welches dadurch zu seiner vorigenbuchten Beschaffenheit aufquillt. In diesem Zustande einem zweiten PressenUnterworfen, liefert das Mark weitere 15 Proc. Saft. Ein anderer Weg ist^er, die Sacke vom ersten Pressen so lange in einen Kasten in einen Dampf-strom zu hangen, als dieser noch verdichtet wird. Hierbei hat man sich zu yü-ten , daß das Mark nicht förmlich gekocht wird, weil es sich sonst nicht mehr^eßt. Der ausgepreßte Saft strömt an den Seiten des aufgethürmten Sto-bes auf die Preßplatte nieder, sammelt sich in einer Rinne, welche rings am"stände derselben eingeschnitten ist, und rinnt durch eine Oeffnung derselben in°'Uen Schlauch, welche ihn in den Saftbehälter führt. Mit derselben Einrich-tung, sind die Tische zum Strecken der Preßsäcke versehen.
Man erhielt früherhin mittelst der Schraubenpressen statt 96 Proc. Saft,^lche die Rübe im Mittel enthalt, nur 65 Proc. Das einmalige Pressen mitec hydraulischen Presse liefert 70 bis 75 Proc. Saft; das zweimalige Pressenuinir 85 bis 90 Proc. Saft; im günstigsten Fall entgehen daher der Procedurnoch 6 bis 11 Proc. Saft mit % bis 1 Proc. Zucker.
Es kann Niemand entgehen, daß die Anwendung der Bramah'schen Presse^ u bedeutender Handarbeit durch das Füllen, Strecken, Ordnen, AuffrischenSacke und deren Entleeren verknüpft ist; es wäre daher eine Einrichtung^ ^Uschenswerth, die mit gleichem Erfolge mehr Selbstthätigkeit verbindet. Vonet Ä« ist die neuerlich eingeführte, sogenannte continuirliche Presse von Pec-^Ur, wobei weder Säcke, noch Weidenhorden, noch Handlanger nöthig sindZürn Vortheil der Qualität des Saftes die Arbeit mit weniger Unterbre-verknüpft ist. — Die Wirkung der Pecqueur'schen Presse, welche