216 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthschaftl. Gewerbe.
dasselbe ein: die freie Saure wirkt gerade so auf die stickstoffhaltigen Körper,wie freies Alkali, sie entwickelt Ammoniak, verwandelt sich in Ammoniaksalz,welches sich eben so zersetzt.
Die Praktiker haben es daher vorgezogen, vorerst den Saft so weit abzu-dampfen, bis die Ammoniakentwicklung aufgehört hat und alsdann erst, abernur in dem Falle Schwefelsaure zuzusetzen, als der Saft noch sehr alkalisch i
reagiren sollte. — Andere haben vorgezogen, die Schwefelsaure unmittelbar, >
aber nur in einer Quantität zuzusetzen, welche eben zur Sättigung des Alkalishinreicht, damit das freibleibende Ammoniak abdunsten kann. Diese Maßregel ,
wurzelt mehr in ber Theorie als in der Praxis. >
In jedem Falle entsteht Gpps, der bei seiner Schwerlöslichkeit im Ver- i
laufe der Concenkration des Saftes und in gleichem Schritt mit derselben gc- dzwungen wird, sich abzuscheiden und dadurch sehr beschwerlich wird. Ueberhaupt Z
wird der Gehalt an Salzen vermehrt, die sich zuletzt im Syrup verhaltnißmäßig S
anhäufen und von der Knochenkohle bei weitem schwacher absorbirt werden, als Z
freie Basen oder Säuren. i,
D'msches Unter der Bezeichnung deutsches Verfahren ist diejenige Läuterungs- Z" ,t "' Methode verstanden, welche ursprünglich von Achard angegeben und später von ct
Kodweiß wieder angeregt, am meisten in Böhmen ihren Anklang fand, aber Z
wenigstens in den übrigen Ländern wieder verlassen wurde. Das Charakteri-stische liegt darin, daß sie den Saft schon vor der Behandlung mit Kalk mit KSchwefelsaure versetzt. n,
Die Veranlassung zu diesem Verfahren hat die Beobachtung gegeben, daßder Saft, frisch von der Presse weg, mit Schwefelsaure versetzt (wie denn auch ! £
geschieht), sich nicht schwärzt, d. h. daß die Säure die Oxydation des stickstofft dj
haltigen Körpers verhindert. Die Saure, von welcher man bei gutartigern F,
Saft -7^777, bei schlechterem J* 5 zusetzt, wirkt also im Wesentlichen con- ^
JUUU 1UUU uii
servirend, bewirkt aber auch zugleich die Gerinnung des Eiweißes. Obgleich eine TkAbscheidung von Gallertsäure dabei stattfindet, so ist diese doch kein erheblichesVortheil gegen die Nachtheile, welche sich aus dem Vorhergehenden von selbst °x,
ergeben und noch durch das erfahrungsmäßige schlechte Korn des Zuckers ver- der
mehrt werden.
Die Unsicherheit in der Handhabung der starken Mineralsäure, wie derSchwefelsäure, können mit allen daraus folgenden Uebelständen durch AnweN'ütami,,!)mitbung der Kohlensäure vermieden werden, wie Kuhlmann vor einiger 3 e ’ £oicni««,!. Büt ,g e ^ la g en hat. Die Kohlensäure scheidet den Kalk in der Warme aus feinet dgxVerbindung mit Zucker vollständig ab, ohne daß die Flüssigkeit sauer werde»kann. Sie ist ein höchst wohlfeiles Material, besonders wenn sie durch ® ef ' diesbrennung von Kohle oder Coak erzeugt wird. Ihre Anwendung erfordert keinebesondere Geschicklichkeit. Sie würde sicher zur Ersparung von Knochenkoh ^
Eingang gefunden haben, wenn ihre Darstellung und Aufsammlung mit wenig ieich
cvmplicirten Apparaten wie Röhrenleitungen, Gasometern rc. verbunden wäre- JWj
Neben dem Kalk und den Säuren sind, als eine dritte Klasse von Lau e § a
rungsmitteln, noch verschiedene Salze in Vorschlag gebracht worden: '«L-