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Zweiter Band.
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Zuckerstederei. Rübenzucker. Filtration und Abdampfen des Saftes. 239

An organischen durch Bleiessig fällbaren Stoffen wurden daher im erstenFall nur 0,088, im zweiten 0,204, im dritten 0,184, an Kalk dagegen imersten 0,132, im zweiten 0,113, im dritten 0,105 Theile abgeschieden.

Zuweilen setzt sich am inneren Boden der Dumont'sehen Filter und anden Ableitungsrinnen der Hahne, eine gallertartige Substanz ab, von welcher oftirrthümlich geglaubt wird, sie rühre aus (dem unzersetzten Leim) der Knochen-kohle her. Braconnot, hat Gelegenheit gehabt, diese Substanz zu untersu-chen: er beschreibt sie als fast farblos, halbdurchsichtig, geruch- und geschmacklosund schwer zu pulvern. Sie schwillt im Wasser zu einer durchscheinenden Gal-lerte, die nur schwach leimt und wie Kleister oder Gallertsäure aussieht, aberweder Jod blauet noch sauer reagirt. Sie hinterlaßt etwas Asche, löst sich inSalz- und Salpetersäure, ebenso in Alkalien, nicht aber in Kalkwasser auf. AusSalzsäure wird sie von Alkalien gefällt, nicht aus Salpetersäure, durch welchesse nicht in Schleimsäure verwandelt wird. Es ist unmöglich, aus den unvoll-ständigen und unklaren Angaben von Braconnot zu entnehmen, ob die frag-liche Gallerte, wie er meint, eine neue Art Pflanzenschleim (Bassorin), oder obsie mit den Gallertsäuren zusammenhangt, und wie sie in dem letzten Fall derFällung durch die Läuterung entgangen ist.

Der abgelaufene Syrup kommt nunmehr zum Abdampfen, wozu im-mer offene Pfannen, theils solche mit freiem Feuer, gewöhnlicher Dampfpfannenund zwar Halett'sche, Erespel'sche oderTaylor'sche Pfannen dienen. Welcheman auch benutzen mag, sie müssen vorher vollkommen gereinigt und blank gescheuertsein- Man erhitzt zuerst etwas Wasser in denselben, um sie anzuwärmen, läßt diesnachher ab und füllt sie mit Syrup, welcher nicht höher als etwa 8 Zoll stehendarf, damit der Siedepunkt nicht unnöthig erhöht wird. Die Verdampfungfördert sehr rasch; es bildet sich viel Schaum, welcher große Neigung hat über-zusteigen. Ein Arbeiter hat deswegen stets den Dampfhahn in der Hand,um das Sieden damit zu reguliren. Auch ist man öfter genöthigt, etwas But-ter zuzusetzen, um den übermäßigen Schaum wegzuschaffen. Während des Ab-dampstus entwickelt sich ziemlich viel Ammoniak, durch seinen Geruch kenntlich.

Der Zweck des Abdampfens ist möglichste Ausscheidung der noch im Saftegelösten fremden Stoffe. Bei einigen geschieht diese durch die Concentrationselbst, bei einem Theil des Kalkes durch Aufnahme von Kohlensaure; dieHauptursache jedoch ist die Einwirkung des Kalkes auf die organischen stick-stoffhaltigen Materien, von denen die Ammoniakentwicklung herrührt; diesebilden Aersetzungsproducte, von denen einige beim Abdampfen mit dem Kalkniederfallen. Wie bereits angegeben, ist diese, diesmal beabsichtigte Einwir-kung des Kalkes, durchaus von der Temperatur abhängig, welche über 100°E.sein muß- Macht man daher schon beim Abdampfen von den Vacuumpfan-nen Gebrauch, nach dem Beispiel von einigen Fabrikanten, so erzeugt manmittelst eines höchst kostspieligen Apparates einen weit schlechteren Syrup, alsihn die einfacheren offenen Pfannen geben und es hat einen sehr guten Grund,baß man den letzteren so allgemein den Vorzug giebt. Hochstatter hatdie Niederschläge, welche sich beimAbdampfen in den Fabriken bilden, un-tersucht und darin gefunden:

Abdampfen.