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Zweiter Band.
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240
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Da- Klärsrl.

240 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirihschaftl. Gewerbe.

Leucin (krystallinische Substanz, welche stets bei der Einwirkung von Al-kalien auf eiweißartige Körper entsteht); zwei Kalksalzemit organischenSauren, die eine mit Essig-, die andere mit Salzsäure abscheidbar; einehumusartige, schwarze Substanz, die sich beim Erhitzen auf-blähte, schmolz und nach verbranntem Horn roch; eine Kalkseife, vondem Fettzusatz während des Abdampfens.

Außer diesen Produkten haben sich auflösliche Kalksalze gebildet und in demabgedampften Saft befinden sich neben diesen noch eine Menge fremder organi-scher Substanzen, durch Einwirkung von Wärme und Alkali mehr oder weni-ger verändert.

Wie oben schon erwiesen worden, wird der Zucker vor der Bildung dieserStoffe nicht berührt, d. h. er nimmt an der Zersetzung der organischen Mate-rien beim Abdampfen keinen Antheil, so lange noch freier Kalk oder Alkali vor-handen ist. Daher die Regel, den Saft beim Eindampfen alkalisch zu haltenund lieber, wenn es von der Läuterung her daran fehlen sollte, etwas Kalkmilchzuzusetzen. Man gewinnt dabei außerdem noch von anderer Seite. Die stick-stoffhaltigen Körper in dem geläuterten Safte werden nämlich an und für sichsehr wenig (siehe unten) von der Knochenkohle absorbirt, dagegen sehr gut, wennsie in obiger Weise verändert sind. Es wird also durch das Abdampfen einTheil der fremden Stoffe abgeschieden, ein anderer Theil durch die Kohle ab-scheidbar gemacht.

Die Abdampfung soll so lange dauern, als noch die Entwicklung von Am-moniak, das Kennzeichen der obigen Zersetzung, bemerklich ist; sie darf nicht solange dauern, daß der Syrup eine Eonsistenz annimmt, welche seinen Durch-gang durch die Filter erschwert. Diese Grenze liegt zwischen 20« B. (Magde-burg) und 33" 35. (Frankreich). Es folgt:

g) Die zweite Filtration und das Verkochen.

Die zweite Filtration geschieht ebenfalls auf einem Dumont'schen Fil-ter, aber mit frischer Knochenkohle beschickt, sonst wie bei der ersten Filtration.Aus dem durchlaufenden Safte wird der beim Eindampfen gebildete Niederschlagzurückgehalten, einiges der aufgelösten organischen Substanzen von der Kohleausgeschieden, indem sich der Syrup entfärbt und endlich den freien Kalk absor-birt. Bei guter Arbeit und gutem Material muß die letztere so vollständig ge-schehen, daß Kohlensäure in dem filtrirten Syrup — oder »Klärsel -- —keine Fällung mehr hervorbringt. Das Klärsel enthalt nur noch organische Ma-terien und die verschiedenen Salze. Daß nur der kleinere Theil, ja nur ein sehrkleiner Theil der organischen Materie, vermuthlich nur die stickstoffhaltigen undfärbenden, nicht aber der Schleim, das Gummi k bei der zweiten Filtrationabgeschieden wird, beweist ein Versuch von Schatten. Saft aus Rüben vonsogenanntem salpetrigem Boden gab nach der Läuterung 1,426 Procent Nieder-schlag mit Bleiessig; das daraus entstandene Klärsel auf dieselbe Dichtigkeitverdünnt, gab noch 1,212 Niederschlag derselben Art, so daß durch Eindampfenund die doppelte Filtration nur 0,214 Procent absorbirt wurden. Weitere Rei-