264 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthschaftl. Gewerbe.
G-winnung Endlich werden die Töpfe sehr bald durch die Bildung von Glühspahnzerstört, der sich unaufhörlich abblättert und neu bildet. Lhönerne Töpfe wer->" den kostspielig durch das häufige Reißen; doch ist die Verkohlung im freienOfenraum darum sehr mißlich, weil selbst bei der vollkommensten Regulirung desLuftzuges, das Weißbrennen eines großen Theils der Kohle unvermeidlich ist.
Um den Geruch völlig zu zerstören, in bewohnten Gegenden eine sehrwichtige Rücksicht, pflegt man, nach einem Vorschlag von Darcet, dieDampfe, anstatt sie unmittelbar zu verbrennen, vielmehr mit Luft vermischt,durch das Feuer zu leiten. Auf diese Weise werden sie vollkommen zerstörtund die aus dem Ofen strömenden Gase haben nur einen schwachen Geruchnach schwefliger Saure.
Die Herstellung von continuirlich wirkenden Apparaten ist öfter, aber bisjetzt nicht mit bleibendem Erfolg versucht worden.
Die beschriebenen Töpfe fassen beiläufig 25 Pfund Knochen und liefern13 Pfd. (— 52Proc.; 55 — 60 Proc. Otto) Knochenkohle; diese Ausbeute istim Vergleich mit der angeführten Zusammensetzung der Knochen wegen ihrerUnreinheit und Feuchtigkeit sehr gering, und müßte, wenn sie rein und trockenwaren, gegen 20 Pfd. betragen.
ftiknra d« Zum Behufe der Körnung der Kohle sind alle mechanische EinrichtungenKn°ch,»khl-. angeeignet, welche zuviel schubförmiges Pulver geben, wie z. B. Mühlen mitstehenden oder liegenden Steinen. Die Vorrichtung muß von der Art sein,daß die entstandenen kleineren Bruchstücke nicht weiter der Einwirkung derknirschenden Maschinentheile ausgesetzt ist, welche sie in Pulver verwan-deln würden. Dieser Forderung genügen allein die Mühlen mit cannelirtenWalzen.
Der zum Einwerfen der Knochen bestimmte Rumpf ist länglich viereckigund an den beiden Längsseiten seiner unteren Oessnung mit stählernen, ver-stellbaren Wangen versehen, zwischen welchen sich eine cannelirte scharfe Walzedreht. In dem Zwischenraume zwischen jenen Wangen und dieser Walze wer-den die Knochen grob zerbrochen und fallen so aus ein Paar darunter befind-liche stumpfcannelirte Walzen, welche sie vollends zerknirschen. Letztere könnengegeneinander naher und weiter gestellt werden. Die geknirschte Kohle wirdauf Siebe gebracht, welche den Staub und das Grobe von dem richtigen Kornabscheiden. Das Grobe wird auf die Körnwalzen zurückgegeben.
Völlig trockne Knochenkohle besteht in 100 Theilen aus: 10 Thln. Kohleund 90 Thln. Knochenerde, worunter etwa 6 Thle. kohlensaurer Kalk.sig-nsch-f„n Die Knochenkohle ist, wie alle Kohlen vorzugsweise die thierischen, durchKn-ch/nk-h,-. die merkwürdige Eigenschaft ausgezeichnet, Gase in sich zu verdichten und ver-schieden feste und flüssige Stoffe aus ihrer Auflösung in Wasser an sich zuziehen und abzuscheiden. Das Verhalten gegen aufgelöste Stoffe ist bei derZuckergewinnung von besonderem Jnterresse.
Anfangs glaubte man, durch den Augenschein getauscht, die Kohle äu-ßere diese Wirkung nur auf Stoffe organischen Ursprungs, besonders aufFärb-, Riech-, und Bitterstoffe, wie Fernambuk, Lackmus, Indigo, die rotheFarbe des Weins, die braune Farbe der Salpeterrohlaugen, Zuckersyrupe, das