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Zweiter Band.
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Zuckersiederei. Die Knochenkohle.

testen erschöpft wird und daß sie auf sämmtliche in der Flüssigkeit besindlichenD.^°st,nb«mStoffe eine absorbirende Wirkung äußert. Ob die Kohle einen bereits absor- Ey-»»-,birten Stoff zu Gunsten eines anderen, zu dem sie größere Anziehung hat, wie-der fahren laßt, ist damit übrigens nicht bewiesen, obgleich Lüdersdorf dieseFolgerung gezogen hat.

Die Absorption des Kalks ist ganz besonders durch Schalten studirtworden. Es ergab sich, daß der Aetzkalk des Kalkwassers oder des Zuckersaftes,als solcher von der Kohle aufgesogen wird. Das Absorptionsvermögen gegenKalk ist abhängig von mehreren Einflüssen; es wird durch Wärme von 750C.vermehrt im Verhältniß von 3:4. Ebenso durch die Zeit, indem unter ganzgleichen Umständen in 24 Stunden doppelt soviel Kalk aufgenommen wird, als>n V 2 Stunde. Wenn man ferner ein und derselben Menge Kohle doppelt sovielKalkwasser darbietet, als vorher, so wird in derselben Zeit iy a mal mehr Kalkaufgenommen. Als dieselbe Kohlenmenge wiederholt mit Kalkwasser behandelt undinzwischen immer abgewaschen und getrocknet wurde, so zeigte sich, daß die Ab-sorption in demselben Maaß abnahm, als sich die Kohle bereits mit Kalk bela-ben hatte. Auf diese Art nahmen 100 Theile Knochenkohle aus Rübensast daserstemal 1,63 Theile, das elftemal 0,51 Theile, also 3,2 mal weniger und inallen 11 Operationen zusammen 6,26 Theile Kalk auf. Durch Erhitzen ge-brauchter Knochenkohle zum anfangenden Glühen, wird nur das Entfärbungs-vermögen, nicht das Kalkabsorptionsvermögen gesteigert. Auch wird es be-deutend vermindert, wenn man die Kohle nur auswäscht oder kocht, aber^icht austrocknet. Einen wesentlichen Einfluß hat der, der Kohle eigenthümliche *)^alkgehalt: Knochenkohle von 5 Procent Kalkgehalt absorbirte doppelt sodiel Kalk, als Knochenkohle von 9 Procent; kalkfreie Kohle absorbirt fünfmal^ehr Kalk aus dem Rübensast, als Kohle von 11 Procent. — An der Luftabsorbirt die Knochenkohle kohlensaures Ammoniak, wovon übrigens die Ab-sorption des Aetzkalks nur in verschwindendem Grade abhängt.

Diejenigen organischen Stoffe, welche nach der Läuterung des Saftes nochaufgelöst bleiben und mittelst Bleiesstg daraus fällbar sind, werden nur äußerst!^>wach (etwa zum Betrag von 0,1 Procent mittelst 20 Theile Kohle auf 100theile Saft) absorbirt. Nicht die geringste Einwirkung hat Knochenkohle aufarabisches Gummi. —

Sowohl nach dem Prinzip des Absorptionsvermögens als nach der Ersah- Wi,d„b,l„^ng ist es gewiß, daß dieses Vermögen kein unendliches, sondern ein und zwar »ÄW^oh sehr kurzer Zeit erschöpfbares ist. Das erschöpfte Vermögen der Kohlekann aber auf verschiedene Art, ganz oder theilweise wiederhergestellt werden und'/st sogenannte Wiederbelebung ist es, welche aus ökonomischen Rücksichten fürZuckergewinnung, insbesondere für die Anwendung der Dumont'schen»'"er, eine wichtige Bedingung geworden ist.

. ^ an hat bis jetzt verschiedene Mittel zur Wiederbelebung in Anwendungrächt: die Glühhitze, das Auswaschen, die Gährung und den

^«sserdampf.

) vicht an Phosphorsäure gebundene