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Geistige Getränke. Der Wein. Die Reben.
mer k. Die Beziehungen seiner Eigenschaften, die Art, wie er bildlich angeführtwird, lassen deutlich erkennen, daß der Wein jener Zeiten bei großen sonstigenVerschiedenheiten, im Wesentlichen dasselbe war wie jetzt. In land- und volks-wirthschaftlicher Beziehung tritt der Wein aus Aepfeln, Birnen rc. gegen denaus Trauben bei weitem in den Hintergrund.
Der Saft wild gewachsener Reben liefert kein Getränk, welches als Weinanerkannt werden dürfte; im Gegentheil, die Vorzüge der Trauben zur Wein-bereitung sind beinahe gänzlich ein Product der Cultur, d. h. einer künstlichenZucht der Reben, welche bestrebt ist, die der Weinbereitung günstigen Eigen-schaften einseitig zu fördern und den ihr ungünstigen Einflüssen entgegen zutreten. Die Güte des Weins hangt von der Güte der Trauben und zugleichvon seiner Bereitungsweise ab; die letztere kann indessen nur sehr mangelhaftdasjenige ersehen oder verbessern, was der Güte der Trauben abgeht, was alsodie Boden-, Dünger-, Lage- und Witterungsverhaltnisse verdorben haben.Trotzdem, daß man über Sonne und Regen nicht gebieten kann, laßt sichdoch durch geschickte Benutzung derjenigen Umstände, die in unserer Gewaltstehen, Außergewöhnliches leisten, und es giebt wirklich kein Bodenerzeugniß,bei welchem der Einfluß der Cultur ein so ganz enormer ist, als beim Weinbau.Dieser Einfluß wird dadurch so viel wichtiger, daß der Weinstock in vielen Ge-genden, und mit in denjenigen wo sein Anbau eine Hauptquelle des Erwerbesund Wohlstandes ausmacht, nicht ursprünglich heimisch, sondern von außen ein-geführt ist; so durch die Römer am Rhein.
Der Weinstock gedeiht weder in den kalten, noch in den tropischen Erb-lichen und in den gemäßigten nur unter bestimmten Verhältnissen, wenn manUnter Gedeihen die gehörige Ausbildung des Zuckers und derjenigen Stoffe ver-geht, welche auf den Geschmack des Weins Einfluß haben.
Unter jene Verhältnisse gehören vor Allem Boden und Klima. In Europa^fordert der Weinbau eine mittlere Temperatur von wenigstens 10 —11° C.;^siiinniter ausgedrückt, eine mittlere Temperatur der Periode seines Wachs-tums von wenigstens 15° C. und der eigentlichen Sommermonate von 18 —
.. • Denn die mittlere Jahrestemperatur entscheidet nicht, weil die Reife, d. i., lc Zuckerbildung der Traube wesentlich durch Sonnenlicht und Sonnenwarme^wirkt wird, und ein Klima mit kaltem Winter und heißem Sommer für sie^sprechender ist als ein Klima, worin beide (bei gleicher mittlerer Temperatur)8 ci ndgtgtec sind. So kommt der Weinstock in England bei etwa 11° C. mitt-etec Jahrestemperatur nicht fort. — In Europa fällt die mittlere Temperaturer Vegetationsperiode in den Weinlandern oft unter die bezeichnete Gränze15 °, alsdann tritt Mißwachs ein. Ueberhaupt sinkt die Güte des Weinsu dem Fallen der Temperatur unter dieses Mittel, Grad für Grad. So er-tbv^^ e ‘ tte Weinpflanzung im Elsaß bei einer mittleren Temperatur der Wachs-^ ^Periode von 14,7° 156 Liter Alkohol im Wein per Hectare, bei 16,7°q ® e 9 cn 490 Litte. — Die Klima- und Witterungsverhaltniffe wirken mehrQualität, als auf die Quantität des Weins. Am geeignetsten ist^ hrend des Wachsthums der Beeren Feuchtigkeit, während der Reife Sonnen-e ' ie mehr je besser. Man begreift auch aus der Nothwendigkeit gewisser
Einfluss«welcher Ärt
des Klima's,
der mittlerenTemperatur.