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Zweiter Band.
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282
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Einfluß

des Bodens.

Sonstiqe Ein

fl'iss-.

Die Lesezeit.

282 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthschaftl. Gewerbe.

Temperaturgranzen, warum sich anscheinend ähnliche oder nahegelegenen Oert-lichkeiten so ungleich für Weinbau eignen können. — In dem mittleren Eu-ropa, z. B. am Rhein, sind die Mißwachs- und geringen Jahre häufiger alsdie guten, und es würde der Weinbau nicht lohnen, wenn nicht der Werth desWeins in weit rascherem Verhältniß stiege, als die Güte. Nur auf diese Artist es möglich, daß der Weinbau noch Vortheil gewahrt, wenn je das fünfteoder siebente Jahr gerath.

Da die Rebe weniger einen humusreichen Boden verlangt und selbst inder trockensten Jahreszeit mit großer Kraft Feuchtigkeit sammelt und zurück-hält, so kommt es am meisten darauf an, daß der Boden die richtige Lage gegendie Sonne hat und dem Hauptcharakter des Weinstocks, nämlich seinem sehrbedeutenden Bedürfniß an Mineraltheilen, entspricht. Die Asche der Rebe istnun durch einen sehr beträchtlichen Kaligehalt ausgezeichnet. Nach Crassoenthalt die Asche des Holzes %, der Schaalen ebensoviel, der Kerne gegen y 3 ,des Saftes % bis 7 / t0 ihres Gewichtes Kali. Räch Bouchardat betragtdasselbe, in den Weinen der niederen Bourgogne, bis zu 15 Kilog. in demWeinertrag einer Hectare. Deshalb sind Böden, welche kalireich und der Ver-witterung recht zugänglich find, besonders geeignet, weil man dann nicht sovieldurch die kostspielige Düngung ergänzen muß.

- Durch Kunst, örtliche Einflüsse und dergleichen sind nach und nach un-zählige Spielarten entstanden, welche sich durch die Beschaffenheit ihrer Früchte,im Ertrag, Verhalten gegen Boden und Klima, Dauer des Wachsthums undder Reife oft sehr bedeutend unterscheiden. Für den Weinbauer erwachstdaraus die Aufgabe, für eine gegebene Oertlichkeit die passendste und geeig-netste Sorte auszuwählen, um einen möglichst hohen Ertragswerth zu erhalten.

Wie man sieht, eröffnet die Vielseitigkeit der Einflüsse auf das Gedeihender Rebe — wozu noch die specielle Behandlung mit ihren Einzelheiten, z. B.Beschneiden, hohe oder niedere Zucht rc. kommt — für die rationelle Wein-production ein reiches Feld der Fortbildung. Dieses ist aber nicht minder derFall mit der Ernte der Trauben und der Mostgewinnung.

Die Reife der Weinbeeren ist kein zu einem bestimmten Zeitpunkt scharfabgeschlossener, sondern, ein allmalig, bis tief in den October verlaufender Vor-gang. Die Vermehrung des Zuckers, besonders aber der feinere, würzige Ge-schmack, ist durch die Einwirkung der Sonne bedingt und schreitet mit diesersehr lange fort. Jeder Tag Sonnenschein mehr, ist ein Zuwachs an Starkeund Güte des Weins. Allein von einem gewissen Punkt ab, ist die Beere inhohem Grade zur Faulniß geneigt, die sich dann mit dem Eintritt der nassesund kühlen Jahreszeit schleunig einstellt und die Qualität des Products ebensorasch herabdrückt. Das Bestreben des Weinbauers muß deshalb darauf ge-richtet sein, die Lesezeit soweit hinauszuschieben als möglich, ohne der FaulnißRaum zu geben. Diese Maßregel ist um so beachtenswerther, weil nachaller Erfahrung der Wein, wie man sich ausdrückt, um so langer im Faß reifenmuß, je kürzer er am Stock gereift hat. So braucht z. B. am Rhein «derWein gegenwärtig bei weitem nicht mehr so lange zu lagern (für gleiche Gute)als früher, wo die Weinlese viel zu frühe stattfand. Den richtigen Zeitpunkt