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Geistige Getränke. Die Bierbrauerei. Das Maischen. 323
katur der Lust und der Witterung. Sie ist bei dem ersten Maischen kleiner und"imnit bei dem folgenden etwas zu.
In Böhmen unterscbeidek sich das Maischen nur durch das Eintaigen mitRaffer von 40° C. anstatt mit kaltem, und dadurch, daß meist drei DickmaischenT^kocht werden, anstatt zwei. Die Anzahl der zu kochenden Maischen, in diesemFalle der Dickmaischen, richtet sich übrigens nach dem Quantum des jedesmalru kochenden Antheils; ist z. B. der Braukessel klein, so sind mehr, selbst bisjW vier Dickmaischkochen nothwendig, bei einem richtigen Verhältniß desselbenkann man größere Portionen nehmen, nnd es genügen zwei Dickmaischen; denn' B ' e viele man auch machen mag, so muß stets zum Schluß in der MaischkufeTemperatur von beiläufig 75° 6. herauskommen.
In Belgien, dessen Biere in ihrer Natur und Beschaffenheit vielleicht am B-lgg-h-'neisten von dem auf dem Eontinent herrschenden Geschmack abweichen, gc=die Erhöhung und Erhaltung der Warme in der Maischkufe auf der^Uckerbildungstemperatur niemals durch Dickmaischkochen, sondern einzig undallein durch Kochen von Lautermaische. Diese pflegt man nicht durch den Seihe-vden abzuziehen; man taucht vielmehr einen Korb von geschälten Weiden inle Maische und schöpft die eingedrungene, gleichsam durch die Wände filtrirte,^autecmaische in den Kessel.
Im Gegensatz zu den beschriebenen Decoctions-Methoden steht das iMLnMch-A«laßeren (nicht dänischen) Theile von Deutschland, in England und in Frank-übliche Maischverfahren, eine reine Aufguß- (Jnfusions-) Methode. Esweder Dick- noch Lautermaische gekocht, sondern, nachdem das MalzschrotJjJJ 1 beiläufig seinem gleichen Volum (ungefähr ein Viertel der erforderlichenWassermasse) warm eingetaigt ist, der Rest des Wassers im Braukessel erhitztin gebrochenen Antheilen zum Ausziehen verwendet, welche die Masse imMaischbottich immer wieder auf die Zuckecbildungswarme zurückführt. JederIpatere Wasserguß findet nun in der Kufe eine größere zu erwärmende Flüsflg-Usmasse vor und muß daher etwas heißer sein, als der vorhergehende, dasmit einer dem Siedpunkte nahen Temperatur (ungefähr 90° C.) in dieMische kommen. Nach jedem Wasserzusatz wird aufs innigste gemaischt, dieäse bedeckt und ruhig, eine halbe bis eine oder zwei Stunden, der Zuckerbildung"b Auflösung überlassen und dann die jedesmalige Würze vor dem neuen Waffer-^atz jn hon Unterstock abgelassen. Man erhalt auf diese Weise, gleichsamsuccessives Auslaugen mit begleitender Zuckerbildung, eine Anzahl ver-'Medener Würzen mit verschiedenem Zuckergehalt; in der Regel nur eine erste unddie vereinigt das Hauptbier geben, oft auch eine dritte Würze zu Nachbier.b{ Wie viele Würzen man machen soll, hangt von der Starke des zu brauen-n Bieres und davon ab, ob neben dem stärkeren Biere noch ein schwächeres^i^letzt werden kann Schwächere Würzen als die dritte geben für sich keinkstteg Bier mehr und würden, auf die gehörige Stärke abgedampft, zu viel^^vffaufwand verursachen.
bqj 'r * Eintaigen beginnt bei diesem Maischverfahren gerade wie bei demGäb? nämlich durch Ausschütten des Malzes in die mit Wasser beschickte^kufe. Nur in England geschieht dies aus einem anderen und zwar zweck-
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