Geistige Getränke. Die Branntweinbrennerei. Maischen der Frucht. 389
Bei dem Verfahren unter A geschieht das Abkühlen der Maische auf dieGahrungstemperatur beinahe ausschließlich durch Hinzufügen von kaltem Wasser,obwohl auch theilweise und gelegentlich durch Warmeverlust wahrend der Zucker-bildung. Auf diese Art kann man sich der Anwendung eines größeren Wasser-zusatzes nicht entheben; man ist gezwungen, dünnere Maischen zu machen, diesich allerdings zum Destilliren über freiem Feuer vorzugsweise eignen. Seitman jedoch bessere, insbesondere mit Dampf betriebene Destillirapparate hat, undDickmaischen ohne Gefahr und Schwierigkeit abtreiben kann, ist dies Verfahrengewissermaßen obsolet, und mit Ausnahme ganz kleiner Betriebe von dem Ver-fahren unter B mit seinen Modisicationen verdrängt worden; man kann diesesfüglich das Dickmaischverfahren nennen.
Die Maischbottiche sind in der Regel von Eichen- oder Kiefernholz, aus Di, Maisch.2 oder 3 Zoll starken Dauben gefügt, damit sie die Warme besser zusammen-halten. Ihre Dimensionen müssen der Art der Arbeit angepaßt werden, alsofür das Maischen aus der Hand, dies ist der gewöhnlichste Fall, eine Höheund Weite besitzen, daß der Arbeiter alle Theile der Maische in der Mitte undam Boden, bequem und mit seiner vollen Kraft erreichen kann. Da man ausdiesem Grunde nicht wohl über 40 Zoll Höhe geben kann, so macht manBottiche von größerem Kaliber gern oval, damit die Maischkrücken überallvom Umfang aus noch in die Mitte reichen. Bei Anwendung von Ma-schinen fallt diese Rücksicht weg. In den meisten kleinen Brennereien maischtwan unmittelbar in die Gahrbottiche; in größeren Brennereien dagegen hatwan besondere, sogenannte Vormaischbottiche. Ihr Rauminhalt mußalsdann mit dem der Gahrgefaße im Verhältniß stehen; man hat sie bis zu4000 und 5000 Litres. Sie sind mit einem passenden Deckel versehen und soaufgestellt, daß die Maische bequem und vollständig in die Gahrbottiche ab-blassen werden kann.
Man bringt zuerst das Wasser, dann das Malzschrot, zuletzt das Schrot Pwmsch-öo *fi ungemalzten Getreide in den Bottich. Das verhaltnißmaßig trockene Schrot 5t “ sf " 6 "" , 3.'"filmt das Wasser nur schwierig und langsam an und ist sehr geneigt, sich zuklumpen zu ballen, welche inwendig trocken und so der Zuckerbildung unzu-^"glich bleiben. Das Schrot laßt sich nur dann vollständig im Wasser zer-teilen, wenn man nicht mehr davon zusetzt als gerade erforderlich, um einenziemlich steifen Taig zu bilden. Fallt dieser nämlich zu flüssig aus, so weichenKlumpen dem Rührscheit aus; bei der richtigen Eonsistenz des Talges ist' e Arbeit allerdings schwieriger, aber auch wirksamer. Sind alle Klumpen ver-t^uuden und Alles in einen gleichmäßigen Taig verwandelt, so bleibt dieserC ' ne halbe Stunde lang stehen, damit die Mehltheilchen Zeit gewinnen, durch-^"wejchen. Alsdann schreitet man zum Gahrbrennen. Wollte man nun das^chende Wasser auf einmal und plötzlich zugießen, so würde sich der steife Taiggut zertheilen und zugleich ein Theil desselben verbrüht, d. h. zum Nach-^ ! der zuckerbildenden Kraft überhitzt werden. Es ist also weit gerathener,stiS heiße Wasser sehr allmalig, lieber in Pausen von einer Viertelstunde zuzu-jr wahrend dessen aber um so fleißiger durchzuarbeiten. Die Arbeit, diean in dieser Weise auf die Maische verwendet, bezahlt sich sehr durch ver- .