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Zweiter Band.
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422
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Die Kühl-i, Vparale.

Gewöhnliche

Kühlschlange.

422 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthschaftl. Gewerbe.

schen der mittleren Temperatur des Kühlwassers und der Temperatur der Dampfefür die Differenz nehmen, von welcher die Verdichtung abhängt; diese Differenzist eine weit geringere, nämlich diejenige der Temperatur der Dampfe und desdie Kühlröhren unmittelbar umgebenden Wassers- Ist das Kühlwasser an sichz. 23- 15°, so hat diese Wasserschicht, weil sie sich mit einer gewissen Langsam-keit erneuert, nicht weniger als 30° oder 40°. Darnach ist die gefundene Kühl-fläche zu vergrößern, und man würde ein richtiges Resultat erhalten, wenn es sichum die bloße Verdichtung von Wasserdampf handelte. Es handelt sich aber beider Brennerei zugleich um Abkühlung des Destillates und um geistige Dampfe-Wegen der ersteren ist die Kühlfläche entsprechend zu vergrößern, wegen der ge-ringeren specifischen Warme der Alkoholdämpfe kann sie wieder etwas vermindertwerden. Bei welchem Verhältniß als dem für die Praxis geeignetsten manstehen zu bleiben habe, darüber herrscht keine feste Ansicht. Prechtl rath derKühlfläche den doppelten Umfang, Gall schreibt vor, ihr den dreifachen vondem der Heizfläche zu geben. Immerhin hängt ihr Umfang von dem Grade derAbkühlung ab, welchen man an den Mekallwänden zu Stande bringt.

Wie sich von selbst versteht, ist die Einrichtung des Destillirapparates vonder der Kühlvorrichtung unabhängig. Diese letzteren werden daher am bestenschon jetzt einer vergleichenden Beurtheilung unterzogen.

Die Zweckmäßigkeit eines Kühlapparates ist von folgenden Anforderungenbedingt: 1) Vollständige Condensation der Dämpfe und Abkühlung der entstan-denen geistigen Flüssigkeit. 2) Er muß zwar die hierzu erforderliche Kühlflächebesitzen, aber möglichst wenig Raum versperren, und dabei 3) möglichst wenigKühlwasser bedürfen. 4) Der Querschnitt soll nicht größer sein, als für denungehinderten Durchgang der Dämpfe erforderlich, weil sonst die Luft zu vieleindringt und durch Entführung von Alkoholdünsten einen größeren Verlust be-wirkt. 5) Seine Gestalt muß eine leichte und vollkommene Reinigung der in-neren und äußeren Oberfläche zulassen. 6) Er soll dauerhaft und nicht zu com-plicirt, und 7) an seiner Ausmündung mit einer Vorrichtung versehen sei"'mittelst welcher die Gradigkeit der jederzeit abfließenden Flüssigkeit bequem 9 e>messen werden kann.

Der Kühlapparat besteht aus der Verlängerung der Helmröhre, die in einGefäß mit Wasser eingesetzt ist. Als man größere Apparate und mit diesenmehr Kühlfläche bedurfte, verwandelte sich das geradlinige Rohr alsbald in daraumersparende Schlangenrohr C, Fig 89. Obgleich keineswegs die beste,ist sie doch diejenige Form, der man am häufigsten begegnet, was sie ihrer Ein-fachheit, ihrer Dauerhaftigkeit, aber auch ohne Zweifel der Gewohnheit und deinHerkommen verdankt. Das Kühlrohr theilt sämmtliche Wärme, die es deDämpfen bei ihrer Verdichtung und Abkühlung entzieht, der Wasserichichtdie es umgiebk. Dadurch entsteht eine für diese Operation ungemein wichtigStrömung: das erwärmte Wasser steigt nach der Oberfläche auf, kaltes erstvon unten seine Stelle und erneuert die Wirksamkeit des Kühlrohrcs. Urndieses Erfolges zu versichern, bringt man in der Höhe des Wasserspiegels <Kühlfaß ein Abzugsrohr an und bewirkt den Abfluß des warmen Wasserdurch, daß man es durch einen Strom kalten Wassers verdrängt, der r>