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Zweiter Band.
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450
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450 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthschaftl. Gewerbe.

$»f<(3(. Beträchtliches weniger flüchtig sind, als das Wasser, und mithin weit wenigerals der Alkohol; auch kommen sie sämmtlich und stets bei der Branntweinge-winnung nur in verhältnismäßig geringer Menge vor und waren wahrscheinlichder Wahrnehmung langer entgangen, wenn sie sich nicht mittelst ihres durch-dringenden Geruchs so bemerklich machten. Beide Umstände, besonders die ge-ringere Flüchtigkeit der Fuselöle erklären, warum sie in dem geistigen Destillatnur spärlich und nur gegen Ende der Destillation so reichlich auftreten, daßman zuweilen größere Mengen sammeln kann.

Bei der Destillation der Kartoffelmaische erscheint, wenn das weingeistigeDestillat ganz oder fast ganz abgetrieben ist, eine milchige Flüssigkeit von auf-fallend üblem Geruch. Die milchige Beschaffenheit derselben rührt von einem,den flüchtigen Oelen sebr ähnlichen Körper her,'welcher in der wässerigen, nurnoch sehr wenig Alkohol enthaltenden Flüssigkeit fast unlöslich ist und deshalbdarin in feinen Tröpfchen zertheilt, das emulsionartige Ansehen bewirkt. Wennman diese milchige Flüssigkeit für sich destillirt, so geht zuerst Alkohol und Was-ser mit einem kleinen Theil des Oels über, der größere Theil folgt zuletzt bei1320 und kann auf diese Weise rein erhalten werden. Es ist zuerst von Du-mas untersucht worden, welcher darthat, daß es aus 68,2 Proc. Kohlenstoff,13,6 Proc. Wasserstoff und 18,2 Proc. Sauerstoff und zwar nach der FormelCioHmO, H 2 0 zusammengesetzt ist. Das Kartoffelfuselöl gehört mithin in dieKlasse der Alkohole, es ist der Alkohol des Radicals des Amyls, also

Amyloxydhydrat, gerade so, wie der gewöhnliche Alkohol das Oxydhydrat desAethyls ist. Das Kartoffelfuselöl, oder der Amylalkohol ist eine farblose Flüstsigkeit von scharfem, brennenden Geschmack und einem höchst widrigen, durch-dringenden und langhaftenden Geruch, wie er ■— nur in geringerem Grade —'den Kartoffelbranntwein charakterisirt. Eingeathmet bewirkt der DunstZtmylalkohol oder rohem Kartoffelfuselöl anhaltendes Eingenommensein undSchwere des Kopfes, Schwindel und Ekel. Ueberhaupt ist dieser Körper unterdie, auf den thierischen Organismus giftig wirkenden Substanzen zu rechne»-—■ Unter dem Einfluß von Oxydationsmitteln verwandelt sich der Amylalkoboin Baldrian- (Valerian-) säure, welche unter andern Bestandtheil mancher Käseist und an dem Geruch derselben Antheil hat. Balard schloß, vielleicht »ielssmit Unrecht, aus dem käseartigen Geruch, welcher zuweilen bei ganz schlechte»Branntweinen vorkommt, rückwärts auf das Vorhandensein von Baldriansaure-— Nach Balard tritt der Amylalkohol neben Oenanthsäureather auch in1Branntwein aus Weintrestern auf; Gaultier de Glaubry fand in de»Destillakionsproducten gegohrner Rübenmelassen denselben Amylalkohol in egleitung von mehreren nicht naher untersuchten Körpern, unter andern vAmylverbinduiigen (A. Aether, A. Aldehyd). .

Das rohe, mit den letzten eintheilen des geistigen Destillats reichlich » ^gehende Fuselöl aus einer englischen Brennerei, welche nur Frucht verar e> 'ergab sich, nach Medlock's Untersuchung, als bloßer Amylalkohol, m\i) nßer Wasser und Weingeist kein anderes Product enthielt. Auch i»

Orten hat man bei der Destillation der Fruchtmaische Amylalkohol, s et ' egroßen Mengen, erhalten. Es ist darum höchst wahrscheinlich, daß dieser e