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Zweiter Band.
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472
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tzhktnischerVorqnng undSlakik.

Bedingungen

Esf/gbildung.

472 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthschaftl. Gewerbe.

weitere Aeq. Sauerstoff, und wird zu 1 Aea. Essigsäurehndrat C 4 H s 0 4— QH 6 0 3 + H 2 0 *).

Sie Statik dieses Processes stellt sich nach den Gewichtsverhaltnissen derAequivalente so, daß 575 Gewichts-Theile Alkohol im Ganzen 400 Gew.-Thle.Sauerstoff aufnehmen, und nacheinander erst 550 Gew.-Thle. Aldehyd, zuletzt750 Gew.-Thle. Essigsäurehydrat bilden, abgesehen von dem gleichzeitig entste-henden Wasser. Es sind daher zur Umwandlung von 1000 Grm. Alkohol derTheorie nach 694 Grm. Sauerstoff erforderlich, welche (bei 0°und dem Normal-Barometerstand) 2,31 Cub.-Metr. Luft entsprechen — und werden 1304,3Grm. Essigsäurehydrat ^ l 10,9 Grm. wasserfreie Essigsaure gebildet. Um dieseBetrachtung auf den praktischen Maaßstab zurückzuführen, mögen folgendeZiffern als Anhaltspunkt dienen:

1 Ohm Branntwein zu 50 Proc. Tralles (= 150 Kilogr.), welche42,5 Gew.-Proc. oder 63,75 Kilogr. Alkohol enthalt, liefert der Theorie nach9,84 Ohm Essig zu 5 Proc. Essigsaurebydrat, und verbraucht dazu den Sauer-stoff von 147 Cub.-Metr. Luft; ebenso bedarf man zu 1 Ohm Essig von der-selben Starke, welche 161 Kilogr. wiegt und 8,05 Kilogr. Essigsäurehydrat ent-halt, 0,1016 Ohm Branntwein zu 50 Proc. Tralles und 4,29 Kilogr-Sauerstoff — 14,3 Cub.-Metr. Luft (bei den Normalzuständen). —

Der Alkohol durchläuft also bei der Essigbildung zwei Stadien, das desAldehyds und das der Essigsaure; dieser Umstand ist für die Praxis von Be-deutung, in sofern der Essigbildungsproceß, unter gewissen eben nicht seltenenUmständen bei der ersten Stufe, der Aldehydbildung, stehen bleibt, und alsdannin den Fabriken Erscheinungen eintreten, die durch das Auftreten dieses Kör-pers charakterisirt sind. Beim regelmäßigen Verlauf der Essigbildung wird derAldehyd in dem Augenblicke seiner Bildung auch zu Essigsaure, so daß er ei-gentlich als solcher gar nicht auftritt und der Beobachtung vollständig entgeht-

Die Umwandlung einer alkoholhaltigen Flüssigkeit in Essig setzt die Er-füllung folgender Grundbedingungen voraus, ohne welche sie gar nicht, odernur unvollkommen von Statten gehen kann.

1) Gehörige Verdünnung. Erfahrungsmaßig muß der Alkohowenigstens mit seinem 9fachen Gewichte Wasser verdünnt sein, oder darf hoN'stens 10 Proc. der Flüssigkeit betragen. Uebersteigt er dieses Verhältniß,wird die Essigbildung erschwert und alsbald unmöglich; sie geht bei jedemringeren Verhältniß aber mit gleicher Leichtigkeit vor sich. Man wird jedo ^in der Praxis die Quantität des Alkohols oder die Stärke der Flüssigkeit so erechnen, daß sie keinen schwächeren Essig liefert, als verlangt wird.

2) Ein Wärmegrad zwischen 120 und 380 C. (10°—30° •"

Steigt die Temperatur über 20° R., so wird dadurch anfangs der Proceß vbefördert, bis beiläufig zur angegebenen Gränze von 30° R.; über diese t)* nsl

) Srätier,_ ftesoi- diese Umwandlung durch D öb e rein er und Liebig genauer studirtund bekannt geworden, war man in der irrigen Idee befangen, der Alkohol zer-egc sich mit dem Sauerstoff der Lust in Kohlensäure, Wasser und Essigsäure,während die erstere doch erfahrungsmäßig nicht auftritt.