508 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthschaftl. Gewerbe.
von der Kohle an; darnach sollen aus öSteresHolz 1 % voies*) (= 162 (5ub.*
Fuß rh.) Kohlen erhalten werden. — Nach anderen Angaben lieferten 100 Pfd-Holz 25,5 Pfd. Kohlen, 50 Pfd. (etwa 30 .Liter) Holzessig zu 1,027 specif.Gewicht und 9,0 Pfund Theer; sonach blieben für die permanenten Gase6,5 Pfd. —
D,r r°h- ■ Der rohe Holzessig ist eine stark brandig riechende Flüssigkeit von dunkel-1 ff ' s brauner Farbe. Das Brandharz und -Extract, welches diese Farbe verursacht,soll nach Stoltze über 6 Proc. betragen. Diese Stoffe sind an sich, obgleichdurch trockene Destillation entstanden, nicht flüchtig»und sollten sich daher durchDestillation abscheiden lassen; allein sie sind in dem Holzessig von dem flüchtigenBrandöl begleitet. Destillirt man daher den rohen Essig, so bleibt der ganze j
Gehalt der brandigen Stoffe zurück, welche darin aufgelöst waren, wahrend !
das Brandöl mit übergeht. Man erhalt ein farbloses Destillat, welches nichtsdesto weniger einen starken Brandgeruch besitzt und an der Luft (durch Oxyda-tion des Brandöls zu Brandharz) wieder gelb wird. Selbst durch mehrfach >
wiederholte Destillation wird dieses Uebel nur etwas gemildert, aber nicht ge- ,
hoben. Bon' 16 Thln. rohem Holzessig erhalt man 14 Thle. farbloses Destillat,gegen Ende der Operation noch 1 Thl. braunen sehr unreinen Essig und 1 Tbl.Brandharz und Extract. Die ersten Antheile des farblosen Destillats enthaltenindessen keine Saure, sondern bestehen nur aus den flüchtigeren Nebenbestand-theilen des Holzessigs, besonders Holzgeist und werden daher getrennt auf-gefangen.
Der rectisicirte Holzessig kann zu den für den Handel und gewerblich?Zwecke bestimmten essigsauren Salzen ohne weitere Vorbereitung gebrauchtwerden; ist er jedoch zu Tafelessig bestimmt, so ist eine völlige Reinigung vonden brenzlich riechenden und schmeckenden Stoffen unumgänglich.
Reinigung Die zu diesem Zwecke von Stoltze gegebenen Vorschriften laufen auf eineOxydation des Brandöls zu -Harz, entweder mittelst Braunstein, oder mitChlor entwickelnden Gemischen hinaus, so daß der Essig durch eine zweiteRectisication rein abgeschieden werden kann, wenn man diese durch die abste-birende Kraft der Holzkohle unterstützt. Wenn dieses Verfahren auchganz so umständlich ist, als das von Mollorat, so ist es doch bei weitemunsicherer und daher von dem letzteren völlig aus der Praxis verdrängt worden-Diese gründet sich hauptsächlich darauf, daß der Kalk mit dem Brandharzeine unlösliche, mit der Essigsaure eine sehr lösliche Verbindung eingeht »ndaß das essigsaure Natron ohne Veränderung einen Hitzgrad vertragt, bei we^chem jene Stoffe bereits zersetzt., werden. Man verwandelt daher deck roheHolzessig zuerst in die genannten Salze und scheidet die Saure nach geschehenReinigung wieder davon ab. Es ist dabei gut, aber nicht nothwendig, deHolzessig vorher zu rectisiciren. ,
Vecwandlung Mag dies nun geschehen sein, oder nicht, so neutralisirt man den 0'"sKi“"" essig mit gelöschtem Kalk. Es bildet sich eine Auflösung von essigsaurem
*) Wenn hier der gewöhnliche Werth einer voie — 1,92 steres gemeint ist, fdiese Angabe unmöglich.