510 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwiithschastl. Gewerbe.
»-'s ">»!'"? Krystalle der verschiedenen Anschüsse sind groß, deutlich ausgebsidefl
''H-ü*-' aber stark gefärbt. Man pflegt sie in der Regel noch ein- oder mehrmal um-Än |f i “ tl 's 0 "“'i'jufr 9 |TsttIiftren, bevor sie der Schmelzung unterworfen werden.
Die Krystalle enthalten neben dem essigsauren Natron noch Glaubersalzund eine bemerkliche Menge Brandharz. Die nunmehr folgende Schmelzungoder Rüstung hat den Zweck, dieses letztere durch Hitze so weit zu zersetzen, daßes unlöslich wird. Der dazu erforderliche Hitzgrad liegt jedoch der Temperatur,bei welcher sich das essigsaure Natron zersetzt, so nahe, daß diese Operation ganzbesondere Vorsicht erheischt. Man bedient sich dazu eines eisernen Kessels, der meh-rere Eentner faßt und mehr flach als tief sein muß. Das Salz schmilzt anfangsin seinem Krystallwaffer, wird nach dessen Verdampfung wieder fest und schmilztdann zum zweitenmal als wasserleeres Salz durch die bloße Hitze. Hier ist derZeitpunkt, wobei die ungecheilte Aufmerksamkeit des Arbeiters nöthig wird;denn ist die Masse an irgend einem Punkte einmal überhitzt, so ist erfahrungs-mäßig dem Umsichgreifen der Zersetzung des essigsauren Salzes, welche unauf-haltsam sich durch die Masse fortpflanzt, kaum mehr zu steuern. Es ist alsoalle Ursache gegeben, die Temperatur ganz allmälig aus den richtigen Grad zusteigern und ihr durch unausgesetztes Umrühren eine gleichmäßige Wirkung an-zuweisen. Bei einem guten Gang der Röstung bläht sich die Masse zwar aufund entwickelt Dämpfe, aber diese Entwickelung darf sich niemals bis zümförmlichen Ausstöße von Rauch rc. steigern. Man fahrt so lange fort, bis dieganze Masse, die durch Verkohlung der brenzlichen Stoffe graulich, zuletztschwarz aussieht, ruhig und gleichmäßig fließt. Dies dauert bei mehrerenCentnern 24 Stunden. Es laßt sich übrigens nicht verhindern, daß ein The'ldes Salzes zerstört wird, wobei sich Essigsaure theils verflüchtigt, theils auchunter Bildung von Kohlensaure, Grubengas, Aceton, brenzlichem Del, zersetzt-— An einigen Orten pflegt man den Fluß in Formen zu gießen und dieFormstücke in Wasser aufzulösen; an anderen Orten läßt man das geschmolzeneSalz in einem dünnen Strahl direct in's Wasser fließen und zieht so von derhohen Temperatur desselben Vortheil.
Die Lösung muß so verdünnt sein, daß sich die kehlige Beimengungabseht, was bei einem specif. Gewicht derselben von 1,113 oder 15° B. h>u°reichend der Fall ist. Nach Abscheidung der klaren Lösung durch Decantationwird diese eingedampft und bildet nunmehr eine weiße oder schwach gefärbteSalzmasse, je nachdem die Röstung ausgefallen. Es enthalt immer noch einenkleinen Rückhalt von brenzlichen Stoffen, welche bei der letzten Operation zu-gleich mit der Essigsäure abgeschieden werden und sich durch den Geruch be-merklich machen. Aus diesem Grunde ist es von Vortheil, das essigsaure Na-tron aus der nach der Röstung erhaltenen klaren Lösung durch mehrmallZ^Krystallisation vorher noch mehr zu reinigen. Das krystallisirte essigsaure v atron (C 4 H e 0 3 , NaO + 6H a 0), welches 39,6 Proc. Wasser enthält, kannKn)st>ill,sn„on.unmittelbar zur Abscheidung der Essigsaure verwendet werden, welche
düng in der Praxis stets mittelst Schwefelsaure bewerkstelligt wird. Zu *Ende bringt man das Salz in eine gußeiserne Blase mit kupfernem Helm uKühlrohr und gießt nach und nach 1 Aequivalent, oder 36 Proc. concentrir