Band 
Zweiter Band.
Seite
511
JPEG-Download
 

Die Essiggewinnung. 2) Der Holzessig. 511

Schwefelsäure hinzu. Es erfolgt reichliche Entwickelung von Wärme, und dieDestillation kommt rasch in Gang. Die abgeschiedene Säure nimmt die ganzeMenge des vorhandenen Wassers auf,, nämlich die 6 Aeq. Krystallwasserdes Salzes und das Hydratwasser der Schwefelsäure, zusammen 7 Aequiva-lente. Wären beide ganz trocken, so müßte wirklich das Destillat in 100 Thei-len 52,6 Essigsäurehydrat und 47,4 Wasser enthalten; sie fällt immer et-was verdünnter aus. — Diese gewonnene Säure enthalt etwas Kupfer auf-gelöst, wodurch sie zum Tafelessig ungeeignet wird. Für diesen Zweck muß dieSaure daher in einer kupfernen Blase rectificirt werden, deren Helm und Kühl-rohr aus einem Metall gefertigt sind, welches dem Einfluß der Saure wider-steht. Eisen und Kupfer können gar nicht gebraucht werden; selbst Zinn wi-dersteht nicht ganz und liefert ein häufig milchig aussehendes unklares Destillat;das beste und gewöhnlichste ist daher Silber.

Wie sorgfältig man auch verfahren haben mag, so gelingt es nie, eineSaure zu erhalten, welche nach der Rectisication frei von brandigem Geruchist, der sich indeß so gut wie gänzlich durch Digestion der Säure mit Kno-chenkohle beseitigen läßt. Befreit man die Kohle vorher mit Salzsäure von demphosphorsaurcn Kalk, so genügt es, die reine Saure durch bloße Decantationiu trennen, im entgegengesetzten Fall ist eine zweite Rectisication nöthig. Dieso erhaltene Säure hat ein specif. Gewicht von 1,05, entsprechend etwa 40Proc. Esssgsäurehydrqt.

Zum Gebrauch für Speisen braucht die so dargestellte Essigsäure nur nochauf die gewöhnliche Stärke des Essigs verdünnt zu werden. Ein solcher Essigd»t jedoch einen specifisch verschiedenen Geschmack im Vergleich mit dem aus gei-zigen Flüssigkeiten bereiteten Essig. Wahrend der letztere sich durch einen sei-nen atherartig-geistigen Geschmack und eine eigenthümliche Milde und Zart-ao>t auszeichnet, so gereichen dem Holzessig eine gewisse Rauheit, Harte und

Reinigungdes Hol;.

» s s l g s.

Abscheidungdurch Drstil.

bei

gleicher Stärke eine unangenehme Scharfe zum Nachtheil, welche man in

" Praxis oft durch mildernde Zusätze, wie Wein, Zucker -c., zu heben sucht.>cht selten will man damit dem ursprünglich farblosen Holzessig zugleich dieciarbe des Malz - oder Weinessigs geben.

^ Nicht zum Tafelgebrauch bestimmte Essigsaure, bei welcher ein so hoher^?ad von Reinheit nicht nothwendig ist, kann aus dem gerösteten essigsaurena^on auch ohne Destillation dargestellt werden. Das Verfahren gründet sichdie Schwerlöslichkeit des Glaubersalzes in starker Essigsaure. Um die Ein-^'lchung von freier Schwefelsäure zu verhüten, nimmt man davon etwa 1 Proc.

als das Natron zur vollkommnen Sättigung verlangt. Bei unvor-^ >ger Vermischung der concentrirten Saure mit dem krystallisirten essigsauren'"ron stünde zu befürchten, daß in Folge der starken Erhitzung ein Theil der^^l'gsaure verdampft und verloren geht. Man gießt daher die SchwefelsaureC ' nmat ' "der ohne umzurühren, zu dem Salz in den Kessel. Da diesesvbe ^ <"s die Saure, so fließt sie am Boden zusammen, das Salz schwimmt

Dad ^ Unb bie Zersetzung geht lediglich an der Berührungsstelle vor sich.wän"^' ^ß man das Salz vorsichtig und nach und nach unterrührt, hatcg ganz in seiner Gewalt, die Zersetzung so zu verlangsamen, daß die

Abschert-,rnqohne DestU.