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Zweiter Band.
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514
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Essig waage.

Mit kohl,n-saurem Kali.

514 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwüthschaftl. Gewerbe.

so häufig als die Senkwaage, und zwar aus dem Grunde, weil sie auf demschnellsten und kürzesten Wege die Starke des Essigs zu erkennen giebt undweil man meistens in die Unvvllkommenheiten ihrer Angabe nicht die gehörigeEinsicht hat.

Das reine Essigsäurehydrat hat ein spec. Gewicht von 1,063; wird dem-selben nach und nach Wasser zugesetzt, so findet anfangs eine Volumvermin-derung und in Folge deren'eine Zunahme des spec. Gew. statt (so hak einGemisch von 7 Gew.-Thln. Essigsaurehydrat mit 2 Gew.-Thln. Wasser, oderim Verhältniß von 3 Aeq.: 1 Aeq. ein spec. Gew. von 1,079). Ueber einengewissen Punkt hinaus hört diese Erscheinung auf und das spec. Gew. derSaure wird mit der Verdünnung abnehmen. Alle Essige liegen diesseitsjenes Wendepunktes und sind im Allgemeinen um so schwerer, je reicher sie anEssigsaurehydrat sind; ein Aräometer sinkt also um so tiefer in einen Essig ein,je schwacher er ist. Dessenungeachtet kann ein Aräometer — aus zwei voll-wichtigen Ursachen — niemals die Starke des käuflichen Essigs mir Bestimmt-heit anzeigen und man muß nothwendig Täuschungen unterliegen, wenn manvon den abgelesenen Aräometergraden auf den Essigsäuregehalt schließt.

1. Sind die Unterschiede im spec. Gew. eines Gemisches von Essigsaureund Wasser für 1 Proc. der Stärkezunahme im Mittel nur 0,0034, also sehrgering. Sie werden folglich nur sehr schwach auf das Aräometer einwirkenund der Raum für 1 Proc. Essigsäurebydrat wird an der Skala so kleinsein, daß die Fehler im Ablesen und Beobachten schon einen bedeutenden Irr-thum nach sich ziehen können.

2. Sind die Essige des Handels nichts weniger als reine Gemische vonEssigsaure mit Wasser; sie enthalten im Gegentheil viele fremde Stoffe, dieebenso gut auf die Senkwaage einwirken, wie die Essigsäure, nämlich: AlkohcOder das spec. Gew. vermindert, und extractive Stoffe, die es vermehren. Eswerden daher Bier- oder Malzessi'ge stets eine höhere, Branntweinessige, wennsie nicht lange gelagert haben, eine geringere Gradigkeit am Aräometer zeige"'als ihnen zukommt. Wenn also Branntweinessig schon einen gewissen Grosvon Säuerung erlitten hat, so kann es sich ereignen, daß die Senkwaage 0"oder keine Stärke anzeigt, wahrend doch in Wirklichkeit 1 oder 2 Proc. da st'"können. Man darf dagegen nicht verkennen, daß die Senkwaage ein st^brauchbares Instrument abgiebt, um den Gang der Essigbildung oder, wosdasselbe ist, den Fortschritt der Säuerung zu beurtheilen, weil es sich hi"'^nicht um absolute, sondern um relative Werthe handelt.

Nach der früher gewöhnlichen, besonders von den Apothekern gebrauch^" !Methode, wiegt man eine bestimmte Menge Essig, z. B. 1 Unze ab, bringt e>"Gesäß mit reinem, einfach-kohlensaurem Kali *) auf der Waage in's Gleichö^wicht und setzt endlich davon dem Essig in kleinen Portionen so lange zu, 151er gesättigt ist. ^ , t

Man nimmt an, der Sättigungspunkt sei eingetreten, wenn die ^zugefügte Portion kein Aufbrausen mehr hervorbringt oder besser, wenn ein

*) Aus Weinstein bereitet, das Kali carbonicum e tartaro der Apotheker.