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Zweiter Band.
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540 Sechste Gruppe. Die Bekleidungsgewerbe.

Garbers wäre, die Haut so vollständig als irgend möglicstzu reinigen. Das indas Hautgewebe eingedrungene Wasser beladt sich alsbald mit den daselbst befindlichenUnreinigkeiten, wird aber aus den engen Zwischenraumen des ohnehin dicken Ge-webes, selbst im fließenden Wasser, nur sehr schwierig und sehr unvollständigverdrängt und durch frisches Wasser ersetzt. Die Arbeiten, welche dem Garberwahrend des Weichens obliegen, haben wesentlich die Bestimmung, diesen Mangelauszugleichen. Schon von Anfang an werden die Haute, je öfter je besser, ge-Aufschla-wöhnlich zweimal täglich »aufgeschlagen«, d. h. aus dem Weichwasser ge-,nommen, auseinander geworfen, einzeln ausgewaschen, zum Abtropfen aufge-hängt und dann wieder eingelegt. Gründlichere Arbeit und Zeiterspacniß gewahrtdie Verbindung des Aufschlagens mit dem Walken. Es ist besonders zweckmäßigbei dem Weichen in Kufen und kann entweder mit Maschinenkcaft, oder mitStempeln aus der Hand betrieben werden. Dabei liegen die vorher abgetropf-ten Haute, je nach der Größe, zu zwei, drei oder mehr, in einem Troge mitfrischem Wasser. — Je nach den Umstanden sind die grünen Haute in 1 — 2Tagen, trockene und schwere Haute in 8 —10 Tagen, im Sommer früher alsim Winter, bei Anwendung der Walken in der halben Zeit und eher, so weitfertig, daß sie auf dem »Schabebaum bestoßen« werden können. DerArbeiter legt die Haut mit der Haarseite aus die halbrunde Oberfläche des geneigtaufgestellten Schabebaums, Fig. 133, und beginnt dieselbe sowohl der Lange

Brstoßenund Aus-streichen.

Fig. 133.

als der Quere nachmit dem Schabe-oder Streichmes^

ser, Fig. 134, aus-

zustreichen, wobeier die flach bogen'förmige Klinge «ndem nach oben lst'Theile der

und

Fig. 134.

genden

Haut aufsetztdem Baum entlangabwärts fährt.

Schneide des

Mes-

sers ist etwas sturupsi

damit sie nicht in-die Haut einschneidet, aber doch so wirksam, daß sie dreHaut anhangenden Reste von Zellgewebe mit den Fettzellen, Fleischtheilen u.si^wenn auch nicht wegschneidet, doch möglichst wegreißt oder wegschabt. ^ug^erfahrt die Haut beim Ausstreichen die nothwendige, gleichförmige Dehnung ^es wird, was von besonderer Wichtigkeit ist, unter dem fortschreitenden ^der Klinge das mit thierischen Stoffen beladene Wasser aus den Poren erausgepreßt-, und zwar viel vollständiger, als dies durch anderweitige 1 ^

erzielen wäre. Schwere Häute werden einzeln auf dem Streichbaume *tet; bei leichteren Hauten, welche sonst leicht beschädigt würden, legt marere' unter die auszustreichende als Unterlage. Viele Garber halten Jsonders die schwereren Haute beim Einweichen nicht völlig auf den *