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Zweiter Band.
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542
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Enthaare

Abpälen.

542 Sechste Gruppe. Die Bekleidungsgewerbe.

». acht Tagen gahr sind, d. h. die Haare gehen lassen. Keine Haut bleibt langerin dem Aescher, als bis diese Erscheinung sich zeigt. Sobald dies der Fall ist,wascht man sie in reinem Wasser aus und schreitet zum Enthaaren.

Zu dem Ende legt der Garber mehrere Haute über einander auf denSchabebaum — die Haarseite nach oben, den Strich der Haare aufwärts —streicht so mit dem stumpfen Schabemesser von oben nach unten, also dem Strichentgegen, und) stößt dadurch die Haare von der Narbe (das » Abpä len «). Beileichten, gehörig geweichten Hauten hat dies keine Schwierigkeit und die weißeNarbe kommt rein und blank zu Tag; bei schweren Hauten, die stark getrocknetwaren, widerstehen die Haare theilweise. In diesem Fall streut man feinenSand zwischen die Haare, wodurch das Messer besser angreift, und nimmt dienoch sitzen gebliebenen Haare, die Grundhaare, mit einem gewöhnlichen,aber scharfen Messer, Putzmesser, weg. — Die abgepalten Felle werden nunausgewässert, mit der Narbenseite auf einen breiten Schabebaum geschlagen,um die Fleischseite nachzuholen. Dazu dient das Scheer- oder Firm eisen,Fig. 135, ein langes, gerades Messer mit scharfer Schneide, welches an die

Fig. 135.

noch wegzunehmenden Fleisch- oder Zellgewebtheile angesetzt und von der Rechte"zur Linken bewegt wird. Die Häute sind nun zum Schwellen fertig. Die 5 UOberleder der Fußbekleidung und ähnliche Zwecke (zu Schmal- oder Fahlledet)bestimmten Häute, von denen eine besonders saubere, glatte und schlichte Nar^verlangt wird, werden auf der Narbe noch mit dem Glättstein, Fig. 136, einer"Fig. 136. ' in eine Handhabe gefaßten, schst^

ren Sandstein, abgerieben,derholt eingeweicht, ausgesp"^und inzwischen jedesmal a»s-gestrichen. Man bezweckt

mit

diesem Ausstreichen, den Kalk möglichst vollständig aus dem Gewebe der Hss"zu entfernen; denn erfahrungsmaßig macht der Kalk das Leder vorzugsweubrüchig und hart und muß daher, wo es, wie in diesem Fall, auf Weichhund Geschmeidigkeit ankommt, besonders sorgfältig beseitigt werden. 3" d^lBeziehung verdient ein Vorschlag von Turnbull Beachtung, welcher sich "die bekannte Leichtlöslichkeit des Kalks in Zuckerwasser gründet. Nach s ctrt * ^Verfahren sollen die abgepälten Häute eine Zeitlang in eine Auflösung "

4 Pfd. Melasse in 600 Psd. Wasser eingeweicht werden*). ^

In England, wo die Industrie ganz besonders auf Ersparung an H" ^arbeit hingewiesen ist, hat man statt der Arbeit auf dem Schabebaum da ^palen mit Maschinen einzuführen gesucht. Dahin gehört die MaschinePoole, in welcher die Haut durch kupferne Walzen einer Klinge entgeg ^führt wird, welche sonst feststeht, aber in einem beliebigen Winkel gege

*) Die Thatsache, daß die Haut einer Zucker-Kalklösung Kalk entzieht, erregt Zfel gegen die Wirksamkeit dieses Mittels.