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Zweiter Band.
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Garben. Die Rothgärberei. Das Rernmachen. 543

Haut geneigt werden kann. Ferner Plant's ähnlich eingerichtete Maschine,Tn„,-,°r«nderen Messer sich seitlich hin- und herbewegt; eine Stahlplatte wird in derWeise von unten gegen die Haut durch eine Feder angedrückt, daß die Haareemporgerichtet stehen, so lange das Messer darauf einwirkt. Endlich die Ma-schine von Woodworth, worin statt eines Messers ein Flügelrad wirkt, wel-ches sich dicht über der Narbe her und in einer dem Strich der Haare entgegen-gesetzten Richtung bewegt. — Maschinen können mit Vortheil nur die physischeKraft des Arbeiters, nicht aber diejenige Geschicklichkeit ersetzen, welche wesent-lich auf seinem Gefühlssinne und seinem Urtheil beruhen und ihn — bei der sowechselnden Beschaffenheit und Dicke der Haute und ihrer verschiedenen Stellen^ in jedem Augenblick anweisen, nach Erforderniß ab- und zuzugeben. Diesgilt schon für die Enthaar-Maschinen, aber noch mehr für die ähnlichen Ma-schinen zum Entfleischen.

Man rechnet, daß eine Kalbshaut von 14 — 15 Pfd. nach dem EnthaarenUm 2 — 3 Pfd. weniger wiegt.

Einige orientalische Völker, denen der Gebrauch des Rasirmessers untersagt mit xwma.ist, bedienen sich zur Abnahme der Bart- oder Kopfhaare des sogen. Rhus m a,

^ t. einer salbenartigen Mischung von 1 Thl. Operment (Schwefelarsenik) mit2-—3 Thln. gelöschtem Kalk. Eine solche Mischung enthält, neben arseniksau-^m Kalk, als wirksamen Bestandtheil eine Verbindung von Schwefelarsenik mit^chwefelkalium. Auf die Haut gestrichen löst sie das Haar, ähnlich wie dies^etzkali thut, in einigen Minuten zu einer weichen, gallertartigen Masse auf,

^°lche dann sammt dem Rhusma schon mit einem beinernen oder hölzernenssesser weggestrichen werden kann, ohne daß die enthaarte Hautflache eine merk-te Beschädigung zu erkennen giebt. Böttger hat nun gezeigt, daß die brei-ige, bläulich-graue Masse, wie man sie durch Sättigen von Kalkmilch mitSchwefelwasserstoff erhält, ganz dieselbe Eigenschaft besitzt. Beim Einleitent . 0lt Schwefelwasserstoff in Kalkmilch bildet sich Schwefelwassecstoff-Schwefelcal-aber nur insoweit, als sich dieses in dem vorhandenen Wasser auflösen^U. Zssler überschüssige Kalk bildet lediglich Schwefelcalcium, welchem jene,Einwirkung auf das thierische Haar durchaus fremd ist; diese ge-^ vielmehr dem flüssigen Theil jener breiartigen Masse ausschließlich an.

D?Mgt man in die abfiltrirte, wasserklare Flüssigkeit, also in die Auflösung vonSchwefelwasserstoff-Schwefelcalcium, ein Haar, so wird dies innerhalb einigerq 'vuten undurchsichtig, schwillt dabei stark auf und verliert dermaßen seinen^ sammenhang, daß es schon durch leisen Druck oder gelindes Ziehen zerquetscht' oder zerreißt. Eine wirkliche Auflösung findet dabei selbst nach längererstatt; betrachtet man das Haar unter dem Mikroskop, so erkennt man,

^ dw Zellenschichte, welche dasselbe äußerlich umgiebt und durch ihre Faltungsi^^ttppige Ansehen der Haaroberfläche bewirkt, völlig verschwunden ist. Die8en f ^ E einander verbundenen Fasern der eigentlichen Haarsubstanz han-so noch zusammen und lassen sich aufs Leichteste von einander trennen,

Plan bur( $ bloßes Pressen zwischen den als Objectträger dienenden Glas-

sv Obwohl dieses von Böttger für die Garberei empfohlene Mittel

ich wirkt, daß Kalbfelle in höchstens 1 — 2 Stunden enthaart werden kön-