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S ch ib'i 11 e n,
Rothe Beijr.
Mit Etcrermenlen.
Mit Schwe-felsäure.
550 Sechste Gruppe. Die Bekleidungsgewerbe.
schen öfter auf, bis ffc nach einigen Tagen sich auf die Oberflache heben, wo siedann hinreichend geschwellt sind. Statt mit Gerstenschrot, kann man auch einähnliches Bad mit Weizenkleie und Sauerteig Herrichten.
Die rothe Beize ist ein wässeriger Aufguß von alter gebrauchter Lohe, derin einem besondern Faß angefertigt und in einem Sammelkasten vorrathig ge-halten wird. Er ist eine röthliche Flüssigkeit, die so. sauer schmeckt wie Essig,Buttersäure, Metacetonsaure (Desaigne und Ch autark), in geringer, undMilchsäure (Braconnot) in vorwiegender Menge nebst milchsaurem Kalk,Bittererde, Ammoniak, Kali und den -Bestandtheilen der unveränderten Loheenthält. Mit dieser Lohbrühe füllt man mehrere Bottiche, und setzt dem er-sten viel, den folgenden immer weniger Wasser zu, so daß man eine ReiheBeizen (Treibfarben) von zunehmender Starke hat, welche die Haute nach ein-ander, den schwächsten zuerst, und unter wiederholtem Aufschlagen passiren. Nachzwei Wochen ist die Schwellung hinreichend.
Es soll unter andern in Belgien, angeblich um den Schnitt der Leder zuverbessern, üblich sein, eiserne Ketten in die Farbe zu werfen; davon würden dieHaute tintenschwarz, diese Farbe verlöre sich jedoch wieder beim Versetzen.
Auch die Thierexcremente finden zuweilen Anwendung, so die von Vögeln,Tauben u. bergt., welche Harnsäure enthalten und eine saure Auflösung geben;ferner die von Hunden.
Vohl fand in 100 Thln. bei 100° getrockneter Hundeexcremente:
4,86 lösliche Theile, bestehend aus: Organischer Substanz 2,89, Natron 0,6?,Kali 0,46, Chlor 0,76, Phosphorsäure 0,05, Kieselerde 0,03 Proc. und95,14 unlösliche Theile, bestehend- aus: Organischer Substanz 16,07, Kau43,05, Bittererde 0,87, Phosphorsäure 34,46, Kali 0,28, Natron 0,41-Jm Ganzen enthalten sie also 18,96 organische und 81,04 anorganischeSubstanz.
Noch vor dem Schlüsse des vorigen Jahrhunderts war der Jrlander Mac'bride darauf verfallen, Schwefelsaure zum Schwellen, anzuwenden. Spatccmachte Seguin in seinem Schnellgarbeverfahren von der Sache Gebrauch/und verschaffte ihr Aufnahme und Verbreitung in der Praxis; nach seiner- schuft soll die Schwefelsaure mit 1000 bis 1500 Thln. Wasser verdünnt we^den. Die Erfahrung hat gelehrt, daß dieses Verfahren zwar eine sehr beschißnigte Garbung möglich macht, aber auf Kosten der Qualität des Leders; eist daher gegenwärtig ziemlich außer Credit gekommen. ~
Schwere Haute zu Sohlleder, wobei es viel mehr auf eine dichte und ftlBeschaffenheit ankommt, bedürfen am meisten Schwellung, und erhalten >cam besten und am gewöhnlichsten mittelst der Rothbeize. Die Schmal- uSohlleder (Oberleder der Fußbekleidung, Leder zu Sattlerarbeiten rc.)nur sehr ausnahmsweise eine Schwellung und dann gewöhnlich mit der weBeize. Endlich ist der Grad der Schwellung von dem Garbeverfahren abhanund muß höher sein zum Garben mit Lohbrühe, als zum Gärben inUeber den wahren Zweck und Vortheil des Schwellens, sowieEinfluß dieser Operation auf die Lederbereitung sind die Ansichten sehr a ^chend. Daß der in der Blöße verbliebene Kalk bei dem Schwellen mit sa