Das Der-s etzkn inder Grub«
Gärberei. Rothgärberei. DaS Versetzen. 555
Man behandelt daher auch die zu versetzenden Haute, ehe man sie mit Loheschichtet, zuvor in schwachen Brühen. Das beschriebene Schwellen oder Treibenin der Farbe hat zum Theil diesen Zweck; schon aus der Treibsarbe nehmen dieBlößen Reste von Garbstoff und damit auf der Oberfläche eine lederbrauneFärbung an, welche in den folgenden Farben zunimmt. Mit der letzten Farbe,welcher schon etwas frische Lohe hinzugesetzt wird, geht das Schwellenvollends in den Garbeproceß über.
Das Versetzen ist die älteste, für die Garbung der schwerern Svhlleder nocheinzig brauchbare Methode, die dagegen für leichtere Leder selten in An-wendung kommt. Die dazu dienenden Behälter sind meist viereckige Gru-i'en von 6 — 7 Fuß im Geviert, oder überhaupt so weit, daß sie eine aus-llebceitete Haut aufnehmen können, und etwa 1 Fuß tiefer als weit. Sie müs-sen wasserdicht sein, zu welchem Ende man sie am besten mit eichenen Bohlenauskleidet, oder man versenkt geradezu einen Bottich von geeigneter Größe inErde. Auch ausgemauerte, mit Cement bekleidete Gruben sind üblich, ihreAnwendung erfordert jedoch, besonders wenn sie neu sind, große Vorsicht, weil, o Kalk des Mörtels einen sehr nachtheiligen Einfluß aus die Garbung aus-In diese Grube schichtet man die Haute mit Lohe, aber nach einem be-Uimmten Plan und einer gewissen Ordnung.
Zuerst bedeckt man den Boden 4 Zoll hoch mit gebrauchter Lohe als Un-N-rs,tz,wckage, und darauf abwechselnd eine etwa 1 Zoll starke Schichte frische Lohe,
? Cst uf eine Haut, dann eine zweite Schichte Lohe, dann eine zweite Haut u.s.f.,
Die Grubt.
da
bis
etwa 1 Fuß unter den Rand der Grube. Die Lohschichten werden an den^'sseren Stellen der Haut starker, an den dünneren schwacher genommen undwik der Lage der aufeinanderfolgenden Häute nach jeder Richtung abgewechselt,also bei der ersten Haut das Kopfende nach rechts liegt, so kommt esder folgenden nach der linken Seite, bei der dritten wieder rechts u. s. f-;kehrt man die Narbe der untersten Haut nach oben, die der nächsten^ut nach unten, die der dritten Haut wieder nach oben u- s. f., so daß die°vschichten abwechselnd zwischen zwei Narbenseiten und zwischen zwei Fleisch-b en iu liegen kommen. Nirgends soll Haut auf Haut liegen, Falten möglichst^Wieder, werden, und wo das Umschlagen nicht zu umgehen ist, wenigstensk"* 3wischenlage von Lohe angebracht werden. Ist die Grube auf diese Artbezeichneten Höhe ausgesetzt, wozu oft mehrere hundert Haute gehören,füllt man den frei gebliebenen Raum, also 1—2 Fuß, mit alter Lohe, »dem***»“ auf, bedeckt das Ganze mit Brettern, gießt soviel Wasser zu, daß dieses(g reicht, und überläßt das Ganze sich selbst. — Dieser »erste
^ b « reicht nicht zu, um die Haut vollständig in Leder zu verwandeln; wer-flnd b ' e Haute darin viel länger belassen, als sie Gärbstoff zur Aufnahme vor-**> s° kann daraus großer Nachtheil entstehen; denn das Innere der Haut»och ungegärbt und folglich noch fähig, sich zu zersetzen und zu verändern,das • e Haut, die Blöße verliert in Folge einer solchen Veränderung an Korn,k«n wird allmälig locker und dünn. Sobald man daher annehmen
Seöff' bie Lohe des ersten Satzes hinreichend erschöpft ist, wird die Grube^ net ' die Häute herausgenommen, von Lohe gereinigt und zum zweiten