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Zweiter Band.
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Sechste Gruppe. Die Bekleidungsgewerbe.

D»s B,«s,tz-nSatz geschritten; auf diesen folgt ein dritter und bei ganz schweren Hautenauch wohl ein vierter Satz bis zur Gahre. Die folgenden Satze werdenganz so bewerkstelligt, wie der erste, mit dem Unterschied jedoch, daß dazu weni-ger Lohe genommen und daß die Lage und Ordnung der Haute jedesmal um-gekehrt wird. Die Haut, welche beim vorigen Satz die unterste war, wird beimfolgenden die erste und umgekehrt; war beim vorigen Satz die Fleischseite oben,so kommt sie beim nächsten Satz nach unten u. s. s. Auch beschwert man beimzweiten und dritten Satz die Bretter auf dem Hut gern mit Steinen und trittdie Haute fest, wahrend sie beim ersten Satz locker zu liegen kommen. Schonbei dem zweiten Satz ist die Gefahr einer nachtheiligen Veränderung der Hautsehr gemindert, und hört bei dem dritten und vierten Satz auf. Es steht dahernichts im Wege, die Haute in den letzten Sätzen immer längere Zeit zu lassenund so eine vollständigere Ausnutzung der Lohe und eine möglichst große Ge-wichtsvermehrung der Blöße' zu erzielen.

Man rechnet im Ganzen an Lohe das vier- bis sechsfache vom Gewichtder rohen, trockenen Haut, wovon V- aus den mittleren, etwas mehr auf denersten und etwas weniger auf den letzten Satz kommt. Je nach der Starke derHaute ist die zur Gahre nothwendige Zeit verschieden, sie wechselt von etwa 9Monaten bei leichten Hauten, bis zu 2, selbst über 3 Jahren bei schweren Wil^hauten, wovon für den ersten Satz 2—3, auf den zweiten Satz 3 — 4 Monate,auf die letzten Satze der Rest der Zeit kommt. Wenn statt, oder mit der Lohenoch andere Garbemitte! angewendet werden, und dies beschrankt sich zuweistaus das Knoppernmehl, so kürzt sich die Zeit verhaltnißmaßig ab.nachOg-r-au. Im Ganzen ist das Verfahren beim Versetzen überall so ziemlich dasselbe»indessen haben doch einige Modisicationen Eingang gefunden. Ogereau giebtder Grube einen Siebboden; unter diesem sammelt sich die Lohbrühe und wirdvon Tag zu Tag über den Satz zurückgepumpt, so daß eine langsame Eiccula-naä) Sttttin. tion unterhalten wird. Skerlingue hat dieselbe Idee systematischer durchgehm ‘ führt: eine Anzahl Gruben oder Bottiche, wie die Ogereau'sehen eingerichtet,sind so mit einander verbunden, daß die Flüssigkeit vom Boden der ersten amden Hut des zweiten geleitet wird u. s. f. Beim Versetzen wandern die Hautein derselben Richtung von einer Grube in die andere, die Lohe aber uwg^kehrt von der letzten in die vorletzte u. s. w. Ein Vorschlag von H^>_ n 'noye ist offenbar unausführbar: darnach geschieht der Einsatz wie gewöhn^lich, nur soll der Zwischenraum zwischen dem Satz und den Wanden *Bottichs mit einem »wasserdichten Cement-- gedichtet werden; eine mit der *verschlossenen Grube cvmmunicirende, senkrechte Röhre soll durch hydrostatischeDruck die Flüssigkeit durch den Satz hindurch treiben; der Druck soll end >abwechselnd bald von oben, bald von unten wirken.

P-injip. Schon die soeben beschriebenen Manipulationen bezwecken eine Beschleungung des Garbverfahreps, oder was dasselbe ist, ein wohlfeileres Product-der That stellt der Preis des Leders zu einem merklichen Theil nur die Un odieser langen Garbedauer dar. Sie zwingt den Garber, mehr Rohstoff inrath und in Arbeit zu erhalten, vermehrt damit die nothwendigen GeratheRaume,' nicht minder die Handarbeit, die als vermehrter Arbeitslohn und