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Zweiter Band.
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Gärberei. Rothgärberei. Ausbeute. 57g

Die mit Ellernrinbe gegärbten Felle Nr. 7 und 8 verhielten sich trotz des Nach Kämest,großen Aufwandes an Garbmaterial ungahr, platt und narbenbrüchig; alle übri-gen, auch die entsprechenden Proben Nr. 15 und 16, waren gahr, letztere jedochsehr unbefriedigend. Im Ganzen stellten sich die Eichen- und Dividivileder alsdie schönsten heraus, doch standen die letzteren an Wasserdichtigkeit weit nach;die Catechuleder ergaben eine zu lose, schwammige Textur und auf dem Schnittzahlreiche weiße Flecken (Catechusaure?), so daß dieser Stoff nur als Zusatz zuandern von Nutzen erscheint. Ellernrinbe ist nach diesem Ergebniß so gut alsuntauglich.

Die Anwendung des Gaskalks gewahrt zwar Vortheil durch höhere Aus-beute an Leder, hat aber dabei einen gleichzeitig vermehrten Garbmaterialver-brauch zur Folge; dagegen ist sie mit namhafter Zeitersparniß verbunden. DieDualität ist bei Gaskalk eher besser, die Felle waren fester, kerniger, von glat-terer Fleischseite, als die mit Aetzkalk enthaarten, und doch ohne Spcödigkeit.

Es ist zu bemerken, daß die Felle beim gewöhnlichen Gange mehr Lohe rc.ehalten, als eigentlich nothwendig, weil der Ueberschuß bei der nächsten Opera-,tion ausgenutzt wird. Bei den Kampffmeyer'schen Versuchen suchte manmöglichst diesen Ueberschuß zu vermeiden und wog die fertigen Leder in mög-lichst trockenem Zustande; daher die anscheinend geringere Ausbeute.

Leider ist das Gewicht des vom Leder aufgenommenen Fettes, oder der gahrenHäute, vor dem Einfetten nicht festgestellt worden, was allerdings nicht ganz leichtttud sehr umständlich gewesen wäre. Man sieht indessen, daß nach diesen Ver-buchen , das Gewicht des Fettes in Anschlag gebracht, der Abgang der Hautbeim Reinmachen durch den aufgenommenen Garbstoff, kaum oder gar nicht ge-^ckt wird.

Da zu 1 Pfund Haut zwischen 4 und beinahe 7 Pfund Lohe gehören, so -°>>kman daraus, daß die Rückstände oder die verbrauchte Lohe sich in ziem-beträchtlicher Masse anhäufen muß. Sie verwerthet sich am besten als^tennstoff. Zu dem Ende preßt man sie in viereckige oder runde Kuchen,''^ohkäse«, und trocknet diese auf Brettergestellen, wie man überall inctl Gärbereien sieht. Häufig setzt man vor dem Formen etwas Lehm zu, um^Ue mehr bindende Masse zu erhalten. Die Lohkäse brennen, theils aus die-st>n Grunde, theils weil sie ausRindensubstanz bestehen, langsam und mit we-Flamme, entwickeln jedoch dabei durchschnittlich soviel Wärme, daß ihr^urigfaches Gewicht Wasser damit von 0° bis 100» C. erhitzt werden kann.

^ Heizkraft ist daher beiläufig % von der des lufttrockenen Holzes.

2) Die Alaun - oder Weißgärberei.

schwere Häute, wie Rinds-, Kalbs- und Pferdehaute, werden Verhältniß-Mai-ria!,selten, und dann zu gröberen Sattlerarbeiten, theilweise nach der ge=id>cn ' theilweise nach der ungarischen Art weißgegärbt. Zu dem ge-h Glichen weißgahren Leder für feinere Sattlerarbeit, Futter zu Schu-»der K b ’ mctt Hammel- und Schaffelle; zu dem sogenannten französischenl-rlanger Leder, einer auf besondere Weise zubereiteten Sorte weißgah-

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