Gärberei. Weißgärbereh ungarische. 583
Die ungarische Art zu garben ist die einfachste unter allen; sie unterschei-un>det sich darin, daß die Haute nach dem Einweichen sogleich mit einem scharfen^!Putzmesser durch Abscheeren enthaart werden,, also weder in Kalkascher nochKleienbeize kommen und daß die gahren Haute mit Talg eingebrannt werden.
Die geschorenen Haute werden unmittelbar in einer warmen Lösung vongleichen Theilen Alaun und. Kochsalz (etwa 5 — 6 Pfund von jedem auf eineHaut von 50 Pfund) durchgewalkt, bis sie gahr sind, was man erforderlichenFalls wiederholt, dann abtrocknen lassen und ausgereckt. Die Behandlungwit Talg' erfordert solange die Mithülfe von Warme, bis das dadurch stüssigbleibende Fett sich gehörig in die Haut gezogen und damit verbunden hat. Zudem Ende tragt man den heißen Talg mit einem Wischer oder Quast auf dieKUvor in einem geheizten Raum oder über Kohlfeuer gewärmten Leder, und zwarZuerst auf die Fleisch-,,dann auf die Narbenseite auf, und legt die Haute aufHaufen. Um den Talg noch besser in die Haut zu treiben, werden die LederZuletzt einzeln, jedes etwa 1 Minute lang, über dem Kohlfeuer hin- und herze-igen und dann in der Luft aufgehängt; nach 12 Stunden sind die Leder fer-**8. Es ist wahrscheinlich, daß der Talg, wovon die 50pfündige Haut unge-fähr 6 Pfund aufnimmt, hierbei wenigstens theilweise durch den Einfluß derLust verändert, sich mit der Haut verbindet; darnach wäre das ungarische Le-zugleich weiß- und zugleich samischgahr. Wenn es eine braune Farbe er-halten soll, so wird die Haut zuerst durch eine Lohfacbe genommen, dann mit^»un und endlich mit Fett behandelt. Die ungarischen Leder zeichnen sichburch große Dauer, aber keineswegs durch gutes Ansehen aus.
Die Bereitung des Leders zu den feinen Glanzhandschuhen, des franzö-r-«usch-gahren oder Erlangec Leders, wie es auch genannt wird, ist eine ursprüng-^ französische Industrie, die auch jetzt noch in diesem Lande in der höchsten^llkommenheit betrieben wird. Diese Leder erfordern, weil zu Artikeln der. °ganz und des Luxus verarbeitet, die Eigenschaften des alaungahren Leders111 ausgezeichnetem und um so höherem Grade, als jene Artikel entweder einegleichmäßige Weiße oder doch meist lichte, delikate Farben erhalten.
,. Uc durch die skrupulöseste Behandlung beim Vorbereiten der Felle, durch,e größte Reinlichkeit und durch Fernhalten von Allem, was irgend Flecken^anlassen kann, wie Eichenholz, eisenhaltiges Wasser u. bergt., ist es möglich,l 'f cc Forderung zu genügen. Dazu kommt, daß die Handschuhe eine unge-ahnliche Dehnbarkeit und Geschmeidigkeit, aber zugleich möglichste Haltbarkeit^ rine gesunde und unverletzte Narbe besitzen müssen; sie müssen sich deranschmiegen, durch ihre Dehnbarkeit die natürlichen Mangel des Zu-^nitts ersetzen und weder im Leder noch in der Naht leicht ausreißen, was bein harten Fellen, wie die von jungen Ziegen und Lämmern, gerade am schwierig-^ zu vermeiden ist. Die Vorbereitung und das Reinmachen weicht übrigenshvi ^ ff^ßigere und umsichtigere Bearbeitung und das nachdrückliche und wieder-che^^alken nach dem Enthaaren abgerechnet^—nicht besonders von den entspre-Operationen der gewöhnlichen Weißgarberei ab. Um so mehr ist dies der9 esrf,-* )c ' m Garben, welches mit dem sog. Garbebrei oder der NahrungMan löst auf 1000 Stück Felle 25 Pfund eisenfreien Alaun und
1 o r i f d) tißgar-