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Zweiter Band.
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Sechste Gruppe. Die Bekleidungsgewerbe.

Pfund Kochsalz in 150 Pfund Wasser auf; andererseits knetet man aus90 Pfund feinstem Weizenmehl und 500 frischen Eidottern mit einem TheilDi-N-iMng. jener Lösung einen festen Teig und verarbeitet diesen, unter allmaligem Zusatzdes Restes der Lösung, zu einem dünnen Brei, oder einer honigdickcn Flüssigkeit.Diese Verhältnisse wechseln übrigens vielfach, auch pflegen Einige Milch, Wein- jstein und statt der Eidotter weißes Olivenöl zuzusetzen, letzteres aber nicht fürseine Waaren. In diesem Gärbebrei werden die Haute etwa eine Stunde langgeknetet, mit bloßen Füßen getreten, oder gewalkt. Nach dieser Operation habendie Felle den flüssigen Theil des Breies ganz in sich aufgenommen, man wieder-holt aber das Durcharbeiten, weil sie dadurch noch gleicher in der Garbung undgeschmeidiger werden. Die Leder werden zuerst gestreckt, d. h. von zwei Arbei-tern so stark wie möglich durch Ziehen ausgedehnt, dann getrocknet, was raschgeschehen muß, und endlich gestellt, sowohl der Lange als der Breite nach. DasGlaciren oder Glänzen geschieht durch Bearbeitung der Narbe unter der 'Blankstoßkugel oder Glattwalze der Appretirmaschine entweder unmittelbar, odernachdem die Narbe mit Eiweiß, Gummi oder Tragants, angestrichen worden.

Das Eigelb ist eine natürliche Emulsion, nach Prout aus 54 Proc. IWasser, 17 Proc. Eiweiß und 29 Proc. Eidotteröl mit einem röthlichgelbenFarbestoff. Es kann kaum bezweifelt werden, daß bei der Anwendung der Eidot-ter hauptsächlich das Eieröl gemeint ist; dies gehört unter die phosphorhaltigenFette, wie das Gehirnfetk, und hat eine große Neigung zum Ranzigwerden, istaber sonst nicht naher untersucht. Obige 500 Dotter reprasentiren etwa 3Pfund Eieröl. Wahrscheinlich ist das Handschuhleder der Art ebenfalls von ge- ,mischter Garbung mit Fett und Alaun; was jedoch das Weizenmehl dabei be- ^

zweckt, ob eine weißere Farbe durch sein Stärkemehl, wie man meist aber schwer- *

lieh mit Recht annimmt, oder was sonst, ist völlig unermittelt. |

süvimi. Die Färbung der Handschuhleder ist entweder für die Fleischseite, welchealsdann nach außen getragen wird, oder für die Narbe berechnet, was bei wei-tem das gewöhnlichere ist. Die Farbe kann durch Eintauchen der Leder in dieFarbenbrühe, sie kann aber auch durch Anstreichen der Narbe mit der Farbe»"brühe hervorgebracht werden. Im ersten Fall färben sich die Häute durch unddurch, beim Anstreichen nur einseitig. Lichte, nichtabschmutzende Farben werde»daher durch Eintauchen, dunkle, leicht abschmutzende Farben durch Anstreiche»aufgetragen. Das Anstreichen mit der Farbenbrühe geschieht entweder w»»» 1 ''telbar (französisches Verfahren), oder nach vorhergegangener Behandlung der z"färbenden Leder mit einer Potaschenlösung (englisches Verfahren). Das eng^sche Verfahren liefert festere Farben, eignet sich aber nicht für lichte, zarte To»^

Da die Handfchuhleder an sich ein Thonerdesalz enthalten, so ist eine besondersBeize nicht nothwendig; durch die Potasche scheint mehr Thonerde zur Besess'gung der Farbe disponirt zu werden. _ .

?«i/rc'”Sr‘ Die alaungahren Leder besitzen mehr Weichheit und Geschmeidigkeit,die lohgahren, aber weit weniger als die samischen Leder. Was Festigkeit uKern betrifft, so leisten die alaungahren Leder darin weniger als die beibe» sldem Arten. Die Schwellung ist bei den alaungahren Ledern unentbehr >Ungeschwellte Blößen geben ein plattes, weit weniger weiches Leder, als Bloß