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Zweiter Band.
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Patentleim.

Fischleim.

Anhang; die Leimfiederei.

Der sog. Patentleim ist gelblichweiß und durch den Gehalt einer trü-benden Substanz undurchsichtig, welche Bleiweiß ist. Sonst unterscheidet sichdiese Sorte nicht weiter von dem gewöhnlichen Leim. '

Die Membranen der Fischblasen sind ausgezeichnet durch die große Leichtig-keit, mit der sie sich zu (Gallerte) Leim und zwar zu einem farblosen Leim auf-lösen. Sie macht es möglich, sich aus diesen Membranen in wenig Augen-blicken zu jeder Zeit und aus der Hand einen farblosen Leim zu bereiten, der jedochviel weniger Klebkraft besitzt, als der gewöhnliche. Jene Membranen kom-men daher in getrocknetem Zustand unversotten unter dem Namen Hau-senblase (Jchthyocolle) in den Handel, fast allein aus Rußland, we- -niger auch aus Ungarn. Die Russen gebrauchen zur Hausenblase den Ster- flet, den Wels, den Hay, auch Barben, den Sewrjuga, am meisten aber die Fi- 4sche des Geschlechts ^ccixevser, nämlich den Stör und den Haufen. Sie wer- |den theils an den Ufern des Schwarzen Meeres, am Dniepc und Don; theils ^an den Ufern des Caspischen Meeres und dessen Flüssen Wolga, Ural; theils ^ rendlich an den sibirischen Flüssen, Jrtisch rc., gefangen. Die Zubereitung derSchwimmblase, sowie sie angegeben wird, ist äußerst einfach. Sie werden i« .reinem Flußwassec ausgewässert (nach Anderen in schwacher Kalkmilch gewaschen),dann aufgeschnitten und zum Trocknen an die Luft ausgebreitet, aber so, daß d»innere, silberweiße Membran, welche den Fischleim giebt, nach oben kommt. >

kann dann leicht von der äußeren gröberen Haut abgesondert werden. Ist dies |geschehen, so trocknet man sie an der Sonne in mancherlei Formen zu kleine» ,Kränzen, lyraförmig, in Blättern wie ein Buch u. bergt., welche dann versend^ Iwerden. Auch aus Fischblase gesottener Leim kommt aus Rußland in den Ha»* zdel, ist aber von geringer Güte. D

John fand in der Hausenblase 70Proc. leimgebende Substanz, 2,5 P^' Aunlösliche Theile und 7 Proc. Wasser; der Rest sind Salze und andere org»' Enische Stoffe. f