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Zweiter Band.
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607
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Beschaffenheit des Leims. 607

und beruht auf einer Scheidung des gewöhnlichen fertigen Leims in den gela-linkenden, an sich nicht gefärbten, und in die extractiven, gefärbten Bestandtheile tm "'mittelst kalten Wassers, welches nur die letzteren auflöst. Zu dem Ende laßtMan den Leim zuerst vollständig in kaltem Wasser aufquellen, bringt dann dieentstandene Gallerte in Netze oder Körbe, die man so in ein tiefes, ebenfalls mitkaltem Wasser gefülltes Gefäß einhängt, daß sie nur eben unter die Oberflächegetaucht sind. Unter diesen Umstanden zieht das Wasser die extractiven Stoffeaus und bildet damit eine gefärbte Lösung, die durch ihre Schwere fortwährendiu Boden sinkt. Wenn dies aufgehört hat, so formt und trocknet man die ge-reinigte Gallerte bei gelinder Temperatur.

Nach der andern Art nimmt man möglichst reine Hautabfalle und bleichtkiese durch Einweichen in dem vierten oder fünften Theil ihres Gewichtes wäs-seriger schwefliger Saure 24 Stunden lang. Der Geruch nach der Saure ist"lsdann völlig verschwunden. Man wascht das Gut rein aus und wiederholtkie Bleichung in gleicher Weise und dann das Waschen, worauf das Gut beimöglichst niedriger Temperatur geschmolzen, in Gallerte verarbeitet und geformtwird.

Der grüne Leim, d. h. die unmittelbar durch Schmelzung der verschiedenen sdfyMt.Arten Leimgut erhaltene Gallerte hat nicht die volle Bindekraft. Sie erhaltkiese erst durch das Trocknen; ebenso soll sich die Bindekraft des eigentlichen^eims durch Aufweichen, Umschmelzen und Trocknen sehr vermehren, wobei aber(etwa 10 Proc.) Abgang stattfindet. Die Bindekraft des Leims hat man durchZerreißen von aneinandergeleimten Hölzern durch Gewicht zu bestimmen gesucht.

^ei derartigen Versuchen bedurfte man 300—800 Pfund auf den Quadratzoll^ieiniter Flache; es zerreißt aber immer das Holz und nicht der Leim, denn die^stigkeit des Leims entspricht 4000 Pfund auf 1 Quadratzoll. — In einen^kerschuß von kaltem Wasser gebracht, quillt der Leim zu einer Gallerte auf; dieo?ik>gkeit (Steifigkeit) dieser und die Wassermenge, die sie aufgesaugt enthalt,ebenfalls ein ziemlich richtiges Maß für die Güte des Leims. So verhiel-ctl stch, nach Schattenmann, verschiedene Sorten, 24 Stunden in WasserI 50 g ^geweicht, wie folgt:

1 Gew.-Thl.

verschluckt

Die entstandene Gal-lerte ist

J ^bißer Knochenleim von Burwiller. .

2 ^gelber » „ » . .

Zille 1) |

v 5ßte 2) ) ""mal umgeschmolzen • ■ • {

6) ^"whnlicher Hautleim ..

7) ^"ischerLeim (aus Wildhautabfällen)

et felb e , sechs Tage eingeweicht. . - •

12 —13 G.Thl. Wasser9—10 » »

16 » »

12 » ->

5- 6 >

3% » »

7y„»

ausgezeichnet fest.weniger fest.

weniger fest wie vorher.

weich.

sehr fest und gut.