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Zweiter Band.
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Vegetabilische Gespinnstfasern^ Flachs. 62t

Wenn er nach einigen Tagen soweit abgetrocknet ist, zum völligen Trocknen inKapellen auf, worauf er eingefahren werden kann.

Ein großer Uebelstand, dem unter den vorhandenen Umstanden nicht zubegegnen ist, liegt darin, daß die Faser bei der Röste überhaupt, besonders aberbei der Wasserröste, anhaltend der Berührung der in dem Wasser gelösten,burch die Zersetzung braun gewordenen extractiven Stoffe ausgesetzt bleibt. DasOiöstwassec verhalt sich in der That wie eine Färbebrühe, und die bloßgelegteSafer zögert natürlich nicht den Farbestoff aufzunehmen. In der That hat dieblonde Farbe des Flachses keinen anderen, als diesen künstlichen, zufälligen Ur-sprung; unglücklicher Weise ist die so entstandene Färbung ziemlich dauerhaftUnd kann, wie bei dem Bleichen naber gezeigt wird, nur mit einem betrachtli-U)en Aufwand an Zeit und Arbeit weggeschafft werden. Es scheint daher aufden ersten Blick wvhlbegründek, wenn viele Sachverständige in dieser Rücksichtbarauf dringen, wenigstens alle sonstigen Pflanzenstoffe fern zu halten und nurklares, schlammfceies Wasser anzuwenden. Indessen lehrt die Erfahrung inHolland und Belgien, daß durch das Gegentheil die Färbung des Flachses zwarAnders, aber nicht eben intensiver ausfallt. In diesen Gegenden zieht man dieGruben, welche schon ein Mal zum Rösten gedient und inzwischen ein Jahrbrach gelegen haben, den frischen vor; man legt häufig Erlenlaub, Klaischrosen-kraur und dergleichen mit in die Grube, um die Masse der faulenden StoffeöU vermehren; es ist ferner in Holland das Gewöhnlichste, den eingesetztenÄachs i Zoll hoch oder mehr mit dem feinen, schwarzen, schmierigen Schlamm^oichschchmm) aus den Gräben zu bedecken, welche man zur Röste benutzt,diesem Verfahren erhalt der Flachs nicht die blonde, sondern mehr eineEisen ähnelnde Farbe (»blauer Flachs, Blaurösten«).

Der Vortheil der größeren Schonung und geringeren Färbung der Faser"c Thauröste, ist mit dem Vortheil der Zeitersparnis bei der Wasserröste inj sogenannten »gemischten Röste« vereinigt. Man laßt dabei die Stengelder Wasserröste nicht zur völligen Gahre kommen, sondern giebt ihnen die. ahre durch nachträgliches Auslegen wie bei der Thauröste. Don der Art(L bie in Belgien übliche Röste, woselbst man die aus den Gruben kommendenfe ttgcl sammt dem anhangenden Schlamme 3 — 4 Wochen lang auf den/fassn ausbreitet und nach jedem Regen wendet. So erhalten die Stengel, wieei brr Thauröste, einen gewissen Grad von Bleichung.

Die Röste von Schenk in Newyork, welche neuerdings in Irland Eingang-ch,^^funden hat, ist nichts als eine in einem besonderen, zweckmäßigen, vervollkomm-c ncn Apparate und mit künstlicher Erwärmung ausgeführte, also von den auße-11 ^standen unabhängig gemachte Wasserröste. Statt der Gruben wendet

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Merke Kasten oder Kufen von 4 Fuß Tiefe und 6, 10 bis 12 Fuß Breite

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Dampfheizung dient. Nachdem der Rah«.n. in sei-

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