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Sechste Gruppe. Bekleidungsgewerbe.
Das
Brachen.
Theil des Stengels der Lange nach. Das Zertheilen des letzteren nach derQueere oder das Einknicken geschieht durch
das »Brechen-- mit der Breche, Fig. 168. Diese besteht aus dem Ge-stell b b b, dem eigentlich wirksamen Theil der Lade e, und dem Deckel oderFig. 168. Schlegel i, welche in Fig. 169
im Querschnitt zu sehen sind.Der Deckel wird vermittelst sei-nes Griffs um die Achse a eins-und niederbewegt; er ist aus zweiLatten zusammengesetzt, welchebei der niedergehenden Bewegungjedesmal in die Zwischenrauweder 3 Latten eingreifen, diezusammen die Lade bilden. BeimBrechen hat nun der Arbeitendeein Bündel Flachs in der Linken,legt dieses quer über die Ladeund führt es langsam unter demmit der Rechten rasch bewegten Deckel hindurch, zuerst mit den Wurzelenden,dann mit den Spitzen. Durch jeden Stoß wird der Stengel dreimal geknicktund der größere Theil des holzigen Stammes losgedrückt. Diese Holztheile, die»Ahnen-- oder »Schewen--, fallen zwischen den Latten der Lade hindurchzu Boden. — Oft ist der Deckel nur eine einfache Latte und die Lade dannnur aus zweien zusammengesetzt. Je spitzwinkliger die Latten zugescharfr sindund je dichter sie aneinander vorbeigehen, um so mehr ist ihre Wirkung derner Scheere ähnlich, um so mehr Fasern wird sie zerreißen und in's Wergschaffen. Bei einer gut eingerichteten Breche müßten sich also die Schienen ineinem bestimmten Abstand bewegen und diesen stets beibehalten; aber in derPraxis auf dem Lande wenigstens haben die Deckel so viel Spielraum nach derSeite, daß der richtige Gang fast ganz der geschickten Führung des Arbeitersanheim gegeben ist. Hierin liegt der Hauptgrund, warum die Handbreche rsehr auf Vermehrung des Wergs und Verminderung der langen Faser wirkteDen zahlreichen » Flachsbrechmaschin en --, welche die Güte und Ausbeutevon der Geschicklichkert des Arbeiters unabhängig machen sollen, liegt fastAusnahme die Absicht zu Grunde, die Röste ganz zu umgehen. Nichts desto^e-niger sind sie auch für gerösteten Flachs mit Vortheil anwendbar, wo sie 'wie in den gewöhnlichen Landwicthschaften fast überall, durch die Kleinheit ^Betriebes ausgeschlossen sind. Diese Maschinen wirken fast ohne Ausnahlstmittelst geriffelter Walzen, deren Cannelirungen wie Zahnräder ineinander 9 re *fen. Am meisten hat die aus der Hand mittelst einer Kurbel bewegbare,construirte Maschine von Kuthe Eingang gefunden. n
In den Niederlanden bedient man sich statt der Breche des sogenann»Botthammers-- Fig. 170. Man breitet den Flachs auf der Tenne ^Scheune regelmäßig aus und schlägt ihn kräftig mit der unteren 5 °
nien tief eingekerbten Flache erst auf der einen Seite und, nachdem man w
Fig. 169.t