Vegetabilische Gespinnstfasern. Baumwolle. 633
Wohnlichen Probe geschieht — ein Bündel Baumwolle mit beiden Handen undzieht es langsam auseinander, so wird man einen großen Unterschied verspüren,je nachdeni sie fein oder gering ist. Die feine Baumwolle, schon durch denKarten Griff ausgezeichnet, spinnt sich in langgestreckten, zarten Flocken mit einemgewissen Widerstand auseinander; grobe geringe Sorten reißen leicht und kurzab. Ebenso hat man beobachtet, daß verschiedene Baumwollen sich beim Far-ben sehr ungleich verhalten.
Die vorzüglichsten, aus den europäischen Markten gangbaren Baumwoll-sorten sind:
1) Nordamerikanische, in 12 Staaten des südlichen, zwischen demMexikanischen Golf und dem Atlantischen Meere gelegenen Gebietes der Unioncultivirt. Dahin gehören u. a.: die Sea-Jsland, die vorzüglichste der be-kannten Baumwollsorten, mit sehr langer Faser, ferner die ebenfalls geschätztebbpland oder Georgia; auch die schlechteste aller Sorten, die sog. Sturm-bö olle, eine neuerdings aufgekommene Sorte, die bei der Verarbeitung bis zu60 Proc. Verlust giebt und wahrscheinlich das Product einer Nachlese von denStoppelfeldern ist.
2) Südamerikanische, darunter die Brasilianischen (mit der Per-"arnbuco), die Guyana-, die Evlumbischen und die Peruanischenbaumwollen, zum Theil von sehr guter Qualität, aber schlecht entkörnt.
3) Westindische, mit der Jamaika und der Guayanilla an der Spitze.
4) Ostindische, in Europa weniger als die amerikanische verarbeitet, de-
sie nachsteht. Die beste ist die Manilla, die schlechteste unter allen Sor-
fe " überhaupt nach der Sturmwolle, die Bengalische.
5) Afrikanische, darunter die Aegyptische oder Mako.
6) Die Türkische (leyantische), aus der asiatischen und europäischen Tür-i’' darunter die macedonische, smyrnaische und levantische im engeren Sinn.
"blich die übrigen
7) Europäischen Sorten-, man baut gegenwärtig Baumwolle in Spa-lc "/ Neapel, ©teilten, Corstca, Malta und etwas weniges in Ungarn.
Am meisten unterscheiden sich die Baumwollen wie gesagt in Farbe, Fa-
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wge und Feinheit. Als durchschnittliche Fasernlange werden folgende Wer-w pariser Linien angegeben:g Fernambuco, Mako 14 bis 17, Louisiana, Jamaica, Sicilische und ähnliches^O, lange Georgia und ähnliche Sorten 10 -14, Macedonische (Smyrna),^aniUa 7—10.
5 Nicht weniger weichen die Baumwollsorten in Bezug auf ihre Feinheit,t) t 0' auf die durchschnittliche Breite der einzelnen Fasern von einander abumNetz ^""schmraum von 1 pariser Zoll auszufüllen, müßte man nach der Breite^ ^Neinanderlegen: bei der langen Georgia 1920, bei ordinärer levantischer 960,dst ttur bald so.': viel, bei der Caraccas (südamerikan.) 1500 Fasern. — Je mehr^ ^N;elnen Fasern gewunden und schraubenartig gedreht sind, um so besserb ti Cen s'e sich einander. Die ausgezeichnete Spinnbarkeit der Baumwolle' rn ^gemeinen so kurzer Faser beruht wesentlich auf diesem Umstände.
Nach einer neuerdings von Mercer gemachten, aber nicht naher erklärten
Sorte»,