Thierische Gespinnstfasern. Seide.
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lassen sich, gegen Feuchtigkeit, Frost und eine Warme von mehr als 18" C. ge-schützt, monatelang lebend aufbewahren, so daß man sie nach Belieben und zurgelegenen Zeit kann ausbrüten lassen, wo es Futter giebt. Um die Eier, oderwie sie in der Kunstsprache heißen, den »Samen--, auszubrüten, bedarf eslediglich einer Warme von 20 — 28° in dem Brutzimmer. Man bedarf 28bis 36 Paar Brutschmetterlinge (also doppelt so viele Brüt-Cocons) zu 10Grammen Eiern — 13,000 bis 20,000 Stück, wovon 25 — 35 Proc. verderben,die übrigen auskriechen. Die ausgekrochene Raupe ist durch große Gefräßigkeitund schnelles Wachsthum ausgezeichnet; sie wechselt die Haut wahrend ihrerLebensdauer 4ma( (eine seltenere Spielart nur 3mal), durchlauft also nach ein-ander fünf Lebensalter, vom ersten bis dreißigsten oder zweiunddreißigsten Tag,wo die Verpuppung und das Einspinnen erfolgt. Während dieser PeriodenZeigt die Raupe, den Zeitpunkt der jedesmaligen Häutung abgerechnet, eine stei-gende Eßlust, aber auch eine etwas empfindliche Constitution. UngenügendePflege erzeugt zahlreiche Krankheiten, wie Bleichsucht, Durchsatz!, Verstopfung,Wassersucht, besonders aber die bekannte, von mikroskopischen Pilzen herrührendeÄusschlagskrankheit, die sogenannte Muscardine. Die beste Maßregel gegen^iese oft sehr verheerenden Wechselfalle, deren Kenntniß und Studium bereitseine förmliche Pathologie der Seidenraupe bildet, ist diätetischer Natur, nämlichHerstellung der Umstände, welcher die Raupe im freien Zustande genießt, haupt-sächlich also gutes Futter, Reinlichkeit und Luftwechsel. Um die Lüftung der^eidenzüchtereien hat sich Darret durch die von ihm vorgeschlagene Ventila-tion großes Verdienst erworben. — Nach den vorhandenen Angaben verzehren"ie Raupen aus 10 Grammen Samen:
im ersten Lebensalter . . 1 — 1,5 Kilogr. frische gereinigte Blatter,
» zweiten » . . 3,5— 5,5 » » » »
» dritten » . . 10,5— 18' » » » »
» vierten » . . 31,5— 52 » » » »
» fünften » . . 150 300 » » » »
im Ganzen . 196 —377 Kilogr. frische gereinigte Blatter,
W ist der Laubertcag von etwa vier oder fünf erwachsenen Bäumen. Eine^upe bedarf darnach in den vier Wochen ihres Lebens etwa 20 Grammenwenn man das mittlere Körpergewicht des ausgewachsenen Thiers zu 3
^Mmen anschlagt, das 6 —7fache ihres Gewichtes an Nahrung*). — Jedee au pe besitzt zwei gesonderte Spinnorgane, welche in Gestalt eines gewundenenzvlllangen Blinddarms von der Dicke einer Taubenfederspule sich an bei-. ^ Seiten des Körners himiphen nnh am .fSnlfe des Tbieres in zwei neben-
""'noerliegenden Spinnwarzen münden. In diesen Organen sammelt sich im
) Nach Peligot'S Versuchen asfimilirt die Raupe etwa % vom Gewicht dersnschen Blätter. Von 100 Gew.-Thln. trockner'Blätter gehen nach ihm nur8 bis g an den Körper der Raupe über, fast die Hälfte bleibt als unfreßbaresBlattgerippe , % etwa geht als Auswurfmaterie, der Rest durch die Perfpira-ti°n verloren.