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Zweiter Band.
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636
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636 ■ Sechste Gruppe. Bekleidungsgewerbe.

s,id,nrucht. Laufe der Entwickelung die Seidensubstanz in Gestalt einer dicklichen, zähen,durchsichtigen bernstein- bis goldgelben Flüssigkeit, welche bei dem Austritt ausden seinen Oeffnungen der Spinnwarze sogleich fest wird, und bildet einen Bor-rath, den die Raupe am Schluß des letzten Lebensalters und unmittelbar vorder Verpuppung auf einmal verbraucht. . Ist dieser Zeitpunkt eingetreten, sowerden die Raupen unruhig, hören auf zu fressen, kriechen suchend umher undstreben sichtbar in die Höhe zu klettern (das »Aufsteigen«); zugleich erscheintder Körper gleichsam taigartig, auffallend durchscheinend und aus den Spinn-öffnungen am Kopf treten Faden hervor. Diese Zeichen lassen erkennen, daßdie Raupe zum Einspinnen reif ist. Man laßt sie sofort auf Reißig oder Strohkriechen, wobei alle kranken oder beschädigten Raupen zu entfernen sind, undtransportirt sie in die Spinnhütte. Die Raupe macht zuerst ein loses Gewirrvon Faden*), um ihr Gespinnst zu befestigen, und umspinnt sich dann mit einemhohlen, länglich runden Gehäuse, welches sie durch Aufwindung eines zusam-menhangenden, schlicht fortlaufenden Fadens zu einem hohlen Knauel (Co-Die Cocons, e o n) bildet, worin sie sich nachher unter Hinterlassung ihrer Haut verpupptIn 4 bis 5 Tagen ist der Cocon beendigt, man darf jedoch die Raupe in kei-ner Weise dabei stören und die Cocons nicht eher sammeln, als bis sämmtlicheRaupen damit zu Ende gekommen sind. Die Cocons, Fig. 175, hier in s /»

der natürlichen Größe und imDurchschnitt abgebildet, sindin der Regel weiß, seltener dot-tergelb. In der Regel spinntjede Raupe einen Cocon, dockkommen ausnahmsweise Zwil-lingscocons vor, die sich durchihre Größe und weniger regel-mäßige Form auszeichnen und zwei Puppen enthalten. Je nach der BeschaffenheitderRaupe ist der Cocon 15—20Linien lang und stets von mehr walzen- als eiförmigerGestalt. Beim Spinnen tritt aus jeder der beiden Oeffnungen des Spinnorgansein besonderer Faden hervor, aber im Augenblick des Hervortcetens vereinigen sichbeide zu einem flachen Doppelfaden, welcher fortlaufend und in stetigem Zusam-menhang den Cocon bildet. Diese Vereinigung geschieht dadurch, daß die Rauptdie Faden bei dem Austritt mit einer eigenthümlichen, von der eigentlichenSeide ganz verschiedenen, klebenden Substanz umgiebt — in der KunstspraM

Di-s-id<. »Gummi« genannt — wodurch die beiden einzelnen Fäden aneinander, sow't

Rele'

auch die Windungen des Doppelfadens im Cocon aufeinander kleben-

Mikroskopir. man einzelne Faden von dem Cocon los, so erscheinen diese bei 3— 400 nial>gtVergrößerung, wie Fig. 176 a und b, deutlich aus zwei massiven nicht kM ^ ^farblosen Faden bestehend, mit dem bei weißen Cocons farblosen, bei gelben

*) Nachdem dieses begonnen, läßt die Raupe zuerst einen grünen oder weißen ß ^säurehaltigen Auswurf fallen und sondert bald darauf V» bis y 7 ihres Ge ^einer wafferklaren Flüssigkeit ab, welche eine Auflösung von 1,5 Proc. rohrem Natron in Wasser ist (Peligot).